Politik : Langjährige Haftstrafen für Dissidenten im Iran Menschenrechtler: Exzessive Urteile

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Teheran (dpa). Ein iranisches Gericht hat am Wochenende über 15 liberale Dissidenten Haftstrafen zwischen vier und 13 Jahren verhängt. Wie die Nachrichtenagentur Isna meldete, wurde zudem der 77jährige Ezatollah Sahabi, ein Mitgründer der liberalen Freiheitsbewegung (FMI) in den 70er Jahren, in Abwesenheit zu 13 Jahren Haft verurteilt. Er macht zur Zeit eine Pilgerfahrt in Saudi-Arabien. Die Dissidenten wurden beschuldigt, den Sturz des islamischen Systems und eine säkulare Ordnung angestrebt zu haben.

Sahabi war während der Schah-Zeit zu Haftstrafen verurteilt worden. In den vergangenen Jahren war er wegen seines säkularen Engagements in der FMI und seiner journalistischen Arbeit mehrmals inhaftiert worden. Im Februar sorgte er für Furore, als er in einem Schreiben an Staatspräsident Mohammed Chatami fragte, warum man ihn nicht einfach hinrichte, wenn er eine große Gefahr für das Land sei. Die anderen 14 Verurteilten sind anerkannte Wissenschaftler. Einige von ihnen hatten bereits unter dem Schah vor 1979 im Gefängnis gesessen. Eine iranische Menschenrechtsbewegung kritisierte am Sonntag die Urteile als „exzessiv“. In einer Zeit, in der die Welt den Demokratisierungsprozess in Iran aufmerksam verfolge, würden die Urteile den nationalen Interessen des Landes nicht dienen, erklärte die „Islamische Menschenrechtsgruppe Iran“.

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