Lateinamerika : Auf Staatsbesuch in Kuba

Der brasilianische Präsident kommt nicht mit leeren Händen. Zukünftig hilft das Unternehmen Petrobras den Kubanern bei der Suche nach Ölvorkommen in der Karibik.

Lula
Keine Freunde: Luiz Ignacio da Silva und Hugo Chavez buhlen um die Gunst des Fidel Castro.-Foto: ddp

HavanaRegelmäßig suchen Staatschefs für ihre Politik die Anerkennung in Havana. Luiz Inácio Lula da Silva ist zu seinem zweiten offiziellen Besuch in Kuba eingetroffen. Zunächst ist ein Treffen mit dem kubanischen Parlamentspräsidenten Ricardo Alarcón und anschließend mit Übergangsstaatschef Raúl Castro vorgesehen. Während des Besuchs werden mehrere Abkommen unterzeichnet. Vor seiner Reise nach Havanna erklärte Präsident da Silva, Brasilien wolle Kuba bei der Suche nach möglichen Ölvorkommen vor seiner Küste helfen.

Offen blieb zunächst, ob da Silva auch den erkrankten kubanischen Präsidenten Fidel Castro trifft. Nach einer Darmoperation im Sommer 2006 übergab der 81-jährige Staatschef die Geschäfte "vorübergehend" an seinen jüngeren Bruder Raúl. Seit dem ist Castro nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Allerdings strahlte das Fernsehen gelegentlich vorab aufgezeichnete Beiträge mit ihm aus. Kürzlich nährte Castro persönlich die Spekulationen, dass er nicht mehr als Staatschef zur Verfügung stünde.

Lula hatte vor seinem Eintreffen in Kuba am Montag in Guatemala-Stadt an der Amtseinführung des neuen guatemaltekischen Präsidenten Alvaro Colom teilgenommen, der wie er eine sozialdemokratisch ausgerichtete Politik verfolgt. Mit Castro verbindet den aus der linken Gewerkschaftsbewegung stammenden da Silva eine alte Freundschaft. Allerdings war diese durch die enge Beziehung Castros zu Hugo Chavez etwas eingetrübt. Chavez sorgt mit seinem Populusmus in Brasilia für Unwohlsein. Nun setzt Brasilien in Havana selbst auf die Macht des Petrodollars. (ml/AFP)

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