Lateinamerika : Rechtspopulist gewinnt Wahl in Panama

Panama wird in Zukunft vom millionenschweren Unternehmer Ricardo Martinelli regiert werden. Das Land rückt damit entgegen dem lateinamerikanischen Trend von links nach rechts.

Sandra Weiss

Puebla - Panama wird in Zukunft vom millionenschweren Unternehmer Ricardo Martinelli regiert werden. Nach Auszählung von 88 Prozent der Stimmen kam der Rechtspopulist bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag nach Angaben des Wahlgerichts auf 60,4 Prozent und lag damit klar vor seiner Konkurrentin von der regierenden Demokratisch-Revolutionären Partei (PRD), Balbina Herrera, die 36 Prozent erhielt. Das Land rückt damit entgegen dem lateinamerikanischen Trend von links nach rechts. Martinelli, der nicht der traditionellen Politikerkaste angehört, hatte sich während des Wahlkampfs als Kandidat der Erneuerung präsentiert. „Die PRD hat das Land 32 Jahre lang regiert, und noch immer ist ein Drittel der Panamenos arm“, lautete sein Standardsatz. Es waren die vierten Wahlen seit Ende der Diktatur von Manuel Noriega im Jahr 1989.

Der bisherige Präsident Martin Torrijos gehört zur Gruppe der gemäßigt linken Staatschefs und pflegte einen guten Kontakt zu Kuba und Venezuela, was ihn nicht daran hinderte, eine äußerst unternehmerfreundliche Politik durchzusetzen. Zwar verzeichnete das Land in den letzten fünf Jahren ein durchschnittliches Wachstum von acht Prozent. Doch die Kontraste zwischen Arm und Reich, Stadt und Land verschärften sich. Auch die steigende Kriminalität und die Verwicklung in einen Finanzskandal schlugen für die PRD negativ zu Buche – Panama ist ein wichtiges Transitland für Kokain aus Kolumbien. Der Wahltag verlief nach Angaben der Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten ruhig. Bei der parallel stattfindenden Parlamentswahl konnten sich nach ersten Teilergebnissen ebenfalls die vier Parteien von Martinellis Allianz für den Wechsel durchsetzen. Sandra Weiss

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