Lauschangriff : Journalisten im Fall al Masri bespitzelt

Der "Stern" prüft rechtliche Schritte gegen die bayerische Justiz. Bei Recherchen über den von der CIA entführten Deutsch-Libanesen Khaled al Masri wurden Telefonate von zwei Journalisten des Magazins abgehört.

Hamburg - Wie das Magazin am Mittwoch berichtete, ließ die Münchner Staatsanwaltschaft dienstliche Telefonate der beiden "Stern"-Redakteure Katja Gloger und Hans-Martin Tillack abhören und protokollieren. Diese hätten zur Identität eines von Al Masri als "Sam" bezeichneten Mannes recherchiert, der ihn während seiner Gefangenschaft in Afghanistan in perfektem Deutsch vernommen habe. Dazu hätten Gloger und Tillack mit Al Masris Anwalt Manfred Gnjidic telefoniert, den die Münchner Ermittler ebenfalls überwachen ließen.

Der verantwortliche Münchner Staatsanwalt Martin Hofmann sagte dem Magazin, es seien "ausschließlich verfahrensrelevante Telefonate" protokolliert worden. Gnjidic hat wegen seine Überwachung bereits Verfassungsbeschwerde eingelegt. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wurden auch ZDF-Reporter überwacht. Die Staatsanwaltschaft werte die Abschriften von fünf Telefonaten und einer SMS als wichtig für die Ermittlungen gegen die bislang unbekannten Entführer Al Masris. (tso/AFP)

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