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Laut Zeitungsbericht : Merkel will Schäuble als Chef der Euro-Gruppe

Als deutscher Finanzminister steht er bereits im Zentrum der Euro-Rettung. Laut Medienberichten könnte Wolfgang Schäuble (CDU) bald noch mehr Macht bekommen und Chef der Euro-Gruppe werden.

Laut einer Medienmeldung könnte er die Leitung der Euro-Gruppe übernehmen.
Laut einer Medienmeldung könnte er die Leitung der Euro-Gruppe übernehmen.Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Finanzminister Wolfgang Schäuble nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ als Chef der Euro-Gruppe vorgeschlagen. Die CDU-Vorsitzende habe bei anderen Regierungschefs dafür geworben, dass Schäuble Nachfolger des Luxemburger Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker als Vorsitzender der Euro-Finanzminister werde, hieß es in Brüssel und mehreren EU-Hauptstädten.

Der Euro-Gruppen-Vorsitz ist Teil eines Pakets aus vier Spitzenposten, um das es hinter den Kulissen ein heftiges Tauziehen gibt. Die Entscheidung könnte sich bis nach den französischen Präsidentschaftswahlen im Mai verzögern, schreibt das Blatt. „Noch geht das Spiel nicht auf“, sagte ein nichtgenannter hochrangiger EU-Finanzpolitiker.

Der Finanzminister selbst hält sich zur künftigen Führung der Euro-Gruppe bedeckt. Am Freitag sagte Schäuble in Berlin, Herr Juncker habe mitgeteilt, dass er nach Ende seiner Amtszeit Mitte des Jahres als Euro-Gruppenchef aufhören wolle. „Mehr habe ich dazu auch nicht gehört.“ Er fügte hinzu, dass auch künftig der Vorsitzende der Euro-Gruppe aus dem Kreis der Finanzminister der 17 Euro-Länder kommen sollte. Sollte Luxemburgs Ministerpräsident Juncker, der zuvor auch Finanzminister seines Landes war, dabei bleiben, „nicht mehr zur Verfügung zu stehen, dann wird man sich in absehbarer Zeit (...) mit der Frage beschäftigen müssen“. Es bestehe kein Grund zur Eile. „Damit ist das für heute wirklich alles gesagt.“ In der Vergangenheit hatte Schäuble zudem dafür plädiert, dass die Euro-Gruppe von einem Minister aus einem Euro-Land mit der besten Kreditwürdigkeit „AAA“ geführt werden sollte. Das sind neben Deutschland und Luxemburg noch Finnland und die Niederlande. (dapd/dpa)

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