Politik : Lebenslange Haft für Ex-Präsident der Philippinen

Jakarta - Das Urteil der philippinischen Korruptionsrichter ist hart: „Im Fall Nr. 26558 ist der Beschuldigte, der ehemalige Präsident Joseph Ejercito Estrada, des Verbrechens der Plünderung schuldig. Er wird zu Haft bis zum Tod und zu Zivilstrafen verurteilt.“ Als der Angeklagte das hört, sackt er in sich zusammen. Kurz danach, vor dem Gericht, kämpft Joseph Estrada mit den Tränen. „Plünderung“ ist laut philippinischem Strafrecht „Amtsmissbrauch zwecks persönlicher Bereicherung.“ Estrada habe als Präsident, so die Staatsanwaltschaft, vier Milliarden Pesos in die eigene Tasche gewirtschaftet: 63 Millionen Euro. Die Richter sperrten die Konten, auf denen das Geld liegen soll.

Zwei dieser Konten spielten vor Gericht Hauptrollen. Beide, Guthaben insgesamt elf Millionen Euro, gingen nun per Gerichtsurteil in Staatseigentum über. Ebenso das Grundstück Nr. 100, 11. Straße, New Manila, Quezon City. Dort steht die „Boracay Mansion“, ein Anwesen mit Pool, Sandstrand und Wellenmaschine, in dem Estrada eine seiner vielen Geliebten unterbrachte. „Ich werde Berufung einlegen, ich bin unschuldig, dies ist ein politisches Verfahren“, meint Estrada. Er muss nicht sofort ins Gefängnis, sondern darf erst einmal weiter im bequemen Hausarrest bleiben, in einer netten Villa südlich von Manila. mkb

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