Lebensmittel : Merkel und Calderón beraten über Preisanstieg

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Mexikos Präsident Felipe Calderón haben über ein gemeinsames Vorgehen gegen den weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise beraten. Die Preisexplosion der vergangenen Monate sei "eine der zentralen Fragen" im Dialog zwischen Industrie- und Schwellenländern, sagte Merkel.

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Angela Merkel mit Felipe Calderón bei ihrem Mexiko-BesuchFoto: dpa

Mexiko-StadtCalderón sprach sich unterdessen für eine "privilegierte Partnerschaft" mit Deutschland aus und bezeichnete den Besuch der Kanzlerin in Mexiko als "neue Etappe der Freundschaft und Kooperation beider Länder". Merkel zog eine positive Bilanz ihrer Lateinamerikareise. Die Kanzlerin forderte "langfristige Strategien" gegen die zunehmende Verteuerung der Nahrungsmittel. Das Wirtschaftswachstum werde nicht ausreichen, um die Nahrungsmittelknappheit kompensieren zu können, sagte Merkel in Mexiko.

Preisanstieg auf der Tagesordnung

Der nächste G-8-Gipfel Anfang Juli in Japan sei eine gute Gelegenheit, eine Zusammenarbeit bei dem Thema einzuleiten. Sie kündigte an, Mexiko und Deutschland würden den Preisanstieg gemeinsam auf die Tagesordnung setzen. Mexiko gehört zu den fünf sogenannten Schwellenländern, mit denen die acht wichtigsten Industrieländer einen intensiven Dialog vereinbart haben. Das mittelamerikanische Land ist von der Entwicklung der Lebensmittelpreise besonders betroffen: Der Preis für ein Kilo Tortilla hatte sich in den ersten beiden Monaten 2008 fast verdoppelt. Merkel und Calderón wollen den politischen Dialog sowie die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder intensivieren: "Deutschland ist unter den europäischen Ländern der größte Handelspartner Mexikos", sagte der mexikanische Präsident. Auch im Bereich Kultur und Wissenschaft sprachen sich beide für einen verstärkten Austausch aus.

Merkel ist "emotional berührt"

Merkel zog eine positive Bilanz ihrer einwöchigen Lateinamerikareise. Deutschland habe verlässliche Partner auf dem Kontinent, sagte sie. "Was mich fast emotional berührt hat, ist, wie tief die Bindungen lateinamerikanischer Länder zu Deutschland sind." Die Kanzlerin betonte, dass die Bundesrepublik gut daran tue, dem Kontinent in ihren gesamten Beziehungen eine größere Aufmerksamkeit zu widmen. Mexiko bildete den Abschluss der Lateinamerikareise der Kanzlerin. Am Montagnachmittag (Ortszeit) wollte die Kanzlerin den Rückflug nach Deutschland antreten. Vorherige Stationen der Reise waren Brasilien, der EU-Lateinamerikagipfel in der peruanischen Hauptstadt Lima und Kolumbien.

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