Lebensmittel : Welche Faktoren den Preis beeinflussen

Die in diesem Jahr erneut auf Rekordhöhen gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel lassen sich nicht auf einen einzigen Einflussfaktor zurückführen. Es gibt viele Gründe dafür. Eine Auswahl.

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Am Anfang stehen Angebot und Nachfrage. Und genau da hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel verändert. Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln ist stark gestiegen, weil in den Schwellenländern immer mehr Menschen den Sprung in die Mittelschicht schaffen. Sie ernähren sich nicht nur besser, sie essen auch viel öfter Fleisch. Zur Produktion von Fleisch braucht es viel mehr Anbaufläche als für Getreide.

Der steigenden Nachfrage steht zudem ein knappes Angebot gegenüber. Es gab über Jahre immer wieder in wichtigen Anbauregionen Missernten oder Ernteausfälle.

In Australien wurde zur Jahreswende in einer bedeutenden Anbauregion die Weizenernte durch Überflutungen vernichtet. In Russland ist im vergangenen Jahr ein Teil der Ernte den Wald- und Steppenfeuern zum Opfer gefallen. In Ostafrika ist zum zweiten Mal in Folge die Regenzeit ausgeblieben.

Es gibt noch weitere Faktoren, die die Preise treiben. Einer ist zum Beispiel der Anbau von Energiepflanzen für die Biospritproduktion. Statt Nahrungsmitteln wird nun Energie produziert. Ein weiterer Faktor ist die Spekulation auf den Agrarmärkten. Seit dem ersten Höchststand der Nahrungsmittelpreise 2008 ist das ein Feld geworden, auf dem Hedgefonds hohe Renditen erzielen können und wollen. Die steigenden Preise haben einen Wettlauf um Anbauflächen ausgelöst. Nicht nur für Biosprit, auch für Nahrungsmittel werden vor allem in Afrika, aber auch in einigen asiatischen Ländern immer öfter große Landflächen an Großinvestoren, oft auch aus dem Ausland, verpachtet. Auch diese Anbauflächen fallen für die Bewirtschaftung für die lokalen Bauern dann weg.

Das spielt beispielsweise in Äthiopien eine Rolle. Die dortige Regierung hat Großinvestoren eingeladen, in die Landwirtschaft zu investieren. Dafür mussten Bauern das Land aufgeben und wurden oft sogar vertrieben.

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