Politik : Leere Drohung - Russland zeigt Nerven (Kommentar)

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Russland zeigt im Kosovo Nerven. Moskau fürchtet, dass die Westmächte im Nato-Bündnis eine neue Ordnung in der Provinz schaffen. Dass ein serbischer Sendemast von französischen KFOR-Soldaten umgelegt wurde, mag vordergründig Anlass sein, mit dem Abzug der eigenen Truppen zu drohen. Mehr als ein Eigentor würde sich Moskau nicht bescheren, wenn es das Feld den Nato-Staaten überlassen würde. Zu Recht sorgt sich Russland um seinen Einfluss auf dem Balkan. Sollten die ehrgeizigen Aufbauprojekte im Kosovo greifen und der Stabilitätspakt für Südosteropa umgesetzt werden können, ist es mit der traditionellen Achse nach Moskau vorbei. Die Russen sind ohnehin das schwächste Glied in der Reihe der Balkan-Paten. Dass sie keinen eigenen Verwaltungssektor im Kosovo bekommen haben, liegt neben aller Liebe zur militärischen Kooperation auch daran, dass die Russen für diese Aufgabe finanziell nicht ausgestattet sind. Es ist an den Vereinten Nationen, mit dem raschen Aufbau der Zivilverwaltung unter russischer Mithilfe die Wogen im Kosovo zu glätten.

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