Politik : Lehmann bleibt Vorsitzender der deutschen Bischöfe

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Fulda Kardinal Karl Lehmann (69) ist für weitere sechs Jahre zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Die Herbstvollversammlung der katholischen Oberhirten in Fulda bestätigte den Mainzer Bischof am Dienstag zum vierten Mal in diesem Amt, das er schon seit 18 Jahren bekleidet. Der Abstimmung vorausgegangen war eine etwa zweistündige interne Aussprache. „Es sieht so aus, als ob alles ein Spaziergang war, aber dem war nicht der Fall“, sagte Lehmann nach der Wahl. Nähere Angaben machte er jedoch nicht.

Bundeskanzler Gerhard Schröder, der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, und kirchliche Basisgruppen begrüßten die Wiederwahl Lehmanns. Schröder sagte, die erneute Wahl unterstreiche das hohe Ansehen und Vertrauen, das der Kardinal genieße. Lehmann habe sich über die katholische Kirche hinaus in Ökumene und Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft Wertschätzung und Respekt erworben. Huber sagte, er freue sich „ganz außerordentlich“. Lehmann habe in den vergangenen Jahren die ökumenische Situation in Deutschland geprägt.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer, schrieb an Lehmann: „Wir sind froh, dass wir auch in Zukunft auf Ihre zusammenführende Kraft vertrauen dürfen.“ Die katholische Laienbewegung wolle sich auch in Zukunft gemeinsam mit den Bischöfen für eine „zeitgemäße Gestalt unserer Kirche einsetzen“. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands wertete die Wahl als Zeichen der Kontinuität in „Zeiten großer Umbrüche“. Als Lehmanns Stellvertreter bestätigt wurde der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff. Sekretär der Bischofskonferenz bleibt Pater Hans Langendörfer.

Lehmann kündigte im SWR an, die Ökumene vorantreiben zu wollen. Zudem wolle er die „Rückkehr zur Religiosität“, die er gerade bei jüngeren Generationen sehe, „im Anschluss an den Weltjugendtag nutzen und Impulse für die Zukunft freisetzen“. Wichtig sei nach der Bundestagswahl auch die „Verstärkung gemeinsamer Grundhaltungen zur Bewältigung von Krisen und Nöten – über die Parteien hinweg“. M.G./dpa

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