Leiharbeiter : Jeder Achte auf Hartz IV angewiesen

Zehntausende Leiharbeiter brauchen zusätzlich zu ihrem Lohn staatliche Hilfe. Jeder Achte von ihnen verdiene so wenig, dass er auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sei, hieß es in einer am Montag bekannt gewordenen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Mit einem Vollzeitjob verdienen Leiharbeiter demnach im Durchschnitt nur halb so viel wie regulär in Vollzeit Beschäftigte. Denn im Westen lag das Einkommen von Leiharbeitern mit einem Vollzeitjob im Jahr 2009 bei 1456 Euro und im Osten sogar nur bei 1225 Euro. Unter allen Vollzeitbeschäftigten lag der Durchschnitt dagegen im Westen bei 2805 Euro und im Osten bei 2050 Euro. Rund 92 000 Leiharbeitskräfte bekamen der Studie zufolge Mitte vergangenen Jahres zusätzlich Hartz IV, obwohl sie in einem sozialversicherten Job arbeiteten. Das Verarmungsrisiko der Leiharbeiter sei damit vier bis fünf Mal größer als in der Gesamtwirtschaft, heißt es in der Untersuchung des DGB-Arbeitsmarktexperten Wilhelm Adamy. Im Osten ist das Risiko dabei noch höher als im Westen: Während in den westdeutschen Ländern bei 12,4 Prozent der Leiharbeiter das Einkommen durch Hartz-IV-Leistungen aufgestockt werden musste, waren es in den ostdeutschen Ländern 15,5 Prozent. Der Anteil der Beschäftigten in der Branche, die staatliche Hilfe brauchen, stieg ebenfalls an. Von Mitte 2009 bis Mitte 2010 erhöhte sich laut DGB die Zahl der auf Hartz IV angewiesenen Leiharbeitskräfte um 60 Prozent. Damit sei der Anstieg fast doppelt so stark wie unter sozialversicherten Beschäftigten insgesamt gewesen. AFP

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

2 Kommentare

Neuester Kommentar