Lengsfeld-Plakat : "Es ist kein Sex, sondern Humor"

11.08.2009 11:56 Uhr

Die Berliner CDU-Bundestagskandidatin Lengsfeld hat ihr offenherziges Wahlplakat als "selbstironisch" verteidigt. Ob die ebenfalls tief dekolletiert abgebildete Kanzlerin das ähnlich entspannt sieht, ist nicht bekannt - für Lengsfeld hat sich die Aktion aber schon ausgezahlt.

Berlin"Es ist kein Sex, den mein Plakat bietet, sondern Humor, und der zahlt sich aus", sagte die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld am Dienstag dem Nachrichtensender N24. Auf dem Wahlplakat sind Lengsfeld und die Kanzlerin tief dekolletiert zu sehen. Daneben steht der Spruch: "Wir haben mehr zu bieten."

"Wer die Selbstironie nicht erkennt, dem ist nicht zu helfen", verteidigte sich die CDU-Politikerin, die für den Bundestag kandidiert. Sie habe die Möglichkeit ergriffen, durch ein "peppiges Plakat" auf Inhalte aufmerksam machen. Ansonsten verteile man im Wahlkampf nur Flyer, die "spätestens nach 100 Metern im Papierkorb landen".

Mit dem Kreisverband abgestimmt

Lengsfeld hatte nach eigenen Angaben am Montag nach Veröffentlichung des Plakats 17.000 Besucher auf ihrem Wahl-Blog. Wenn nur jeder Zehnte einen Blick auf die Inhalte werfe, sei sie "sehr zufrieden". Die Politikerin fügte hinzu, sie finde die Humorlosigkeit "sehr erstaunlich". Ständig gebe es Beschwerden über langweilige Wahlplakate, "die niemanden hinter dem Ofen hervorlocken". Offenbar würden aber viele die Auffassung vertreten, dass man sich als Regierungspartei nicht "selbstironisch auf den Arm nehmen darf".

Die CDU-Politikerin betonte, das Wahlplakat sei mit dem Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg abgestimmt. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei die Veröffentlichung nicht abgesprochen gewesen. Lengsfeld: "Es sollte eine Überraschung sein. Da konnte ich das nicht im Vorfeld bekanntgeben." Die Kanzlerin habe sich bisher aber nicht gemeldet.

Die 57-Jährige tritt bei der Bundestagswahl als Direktkandidatin im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost an. Den Wahlkreis hatte in den vergangenen Jahren der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele gewonnen, der sich in diesem Jahr wieder zur
Wahl stellt. (sf/ddp)

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