Leserdebatte : Können Sie sich eine "deutsche Fremdenlegion" vorstellen?

Eine Fremdenlegion, weil deutsche Bewerber nicht mehr ausreichend vorhanden sind? Der Wehrbeauftragte kann sich zumindest eine Aufnahme von EU-Ausländern in die Bundeswehr vorstellen. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit!

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Beim Einkleiden in der Kaserne kommt es auch auf den richtigen Sitz des Helms an.
Beim Einkleiden in der Kaserne kommt es auch auf den richtigen Sitz des Helms an.Foto: dpa

Die deutsche Bundeswehr soll mit Ausländern verstärkt werden. Der Plan, der bereits unter Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erarbeitet wurde, ist Teil des Attraktivitätsprogramms der Armee, nach der Abschaffung der Wehrpflicht. Demnach soll die Bundeswehr für EU-Ausländer, die in Deutschland leben, geöffnet werden. Auch der Wehrbeauftragte der Bundesregierung, Hellmut Königshaus (FDP), zeigte sich offen für den Reformvorschlag: „Ich könnte mir schon vorstellen, Personen mit Migrationshintergrund den Dienst in den Streitkräften zu ermöglichen“, sagte er. Über das Attraktivitätsprogramm, dass insgesamt 82 Maßnahmen umfasst, ist allerdings noch nicht entschieden worden.

Der Pressesprecher des Wehrbeauftragten betonte auf Nachfrage des Tagesspiegels, dass es nicht die Aufgabe von Königshaus sei, die konkrete Umsetzung einer Öffnung der Bundeswehr auszuarbeiten. Ob Deutschkenntnisse, die Religionszugehörigkeit oder die Dauer, wie lange ein Ausländer in Deutschland gelebt haben muss, um für den Eintritt in die Bundeswehr in Frage zu kommen, eine Rolle spielen sollten, wurden vom Pressesprecher nicht beantwortet. "Natürlich wünscht sich der Wehrbeauftragte nichts dergleichen wie eine Fremdenlegion, sondern könnte sich vorstellen, die Bundeswehr angesichts des demografischen Wandels für EU-Ausländer zu öffnen." erklärte die Pressestelle des Wehrbeauftragten.

Guttenbergs Nachfolger, Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU), hat sich bisher nur für die verstärkte Anwerbung Deutscher mit Migrationshintergrund ausgesprochen, um den drohenden Personalproblemen der Bundeswehr zu begegnen. Der Wehrbeauftragte Königshaus forderte, dass ausländischen Bewerbern ein vereinfachtes Einbürgerungsverfahren angeboten wird, sollte der Plan umgesetzt werden.

In anderen Streitkräften ist das Verfahren nicht neu. Prominentestes Beispiel ist wohl die französische Fremdenlegion, die bereits seit 170 Jahren existiert. Auch andere Staaten nutzen ausländische Bewerber, um ihre Armeen aufzustocken. In den US-Truppen dienen 30.000 so genannte „Green Card“-Soldaten. Die britische Armee beschäftigt rund 7000 Ausländer aus den ehemaligen Kolonien und Irland, und auch Spaniens Kampfkraft wird dank der Ausländer gesteigert. Allerdings sind hier nur spanischsprachige Einwanderer aus Lateinamerika und der spanischen Ex-Kolonie Äquatorialguinea zugelassen. (mit dpa)

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