Leserdebatte zur Energiewende : Wie umweltbewusst sind Sie?

Nach Fukushima geht die Politik tatkräftig einer neuen Ära der Energieversorgung entgegen. Aber sind nur die Parteien und die Stromkonzerne in der Verantwortung? Müssen nicht auch wir – die Bürger – etwas tun? Diskutieren Sie mit!

Jana Demnitz
Glühbirne ja oder nein? Nach EU-Recht gibt es keine Wahl mehr. Irgendwann brennt nur noch die Energiesparlampe.  
Glühbirne ja oder nein? Nach EU-Recht gibt es keine Wahl mehr. Irgendwann brennt nur noch die Energiesparlampe.  Foto: dpa

Auf einmal sind sie die Schmuddelkinder der Nation. Ob Eon, RWE, EnBW oder Vattenfall – viele zeigen mit dem Finger auf die Energiekonzerne und rufen hysterisch „Atommeiler abschalten“ und zwar sofort. Vor dem Reaktorunfall in Fukushima war es eine gemütliche und überschaubare Gruppe von Naturschützern, Ökos und Aktivisten, die ihr Mantra von der gefährlichen Atomenergie Jahr für Jahr beharrlich wiederholten. Nur wollte das kaum einer hören. War es doch für die Mehrheit der Deutschen bequem und billig sich ohne schlechtes Gewissen das heimische Wohnzimmer, mit all den blinkenden und flimmernden Geräten darin, durch Atomstrom erleuchten zu lassen.

Nach dem großen Knall in Japan scheinen zumindest in Deutschland nun viele schlauer zu sein und legen eine hundertachtzig Gradwendungen hin. Vorneweg Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in einer Nacht- und Nebelaktion den Ausstieg vom Atomausstieg verkündete. Fukushima scheint wie ein Katalysator die seit Jahren angekündigte Energiewende tatsächlich herbeizuführen. Die Politik überbietet sich an Vorschlägen für alternative Energiekonzepte und Ausstiegsszenarien. Und der Bürger mag sich bei soviel Aktionismus vielleicht denken –dann macht mal.

Aber ist es nicht zu einfach, nur den Politikern und den Stormkonzernen die Verantwortung für eine neue Energieära in die Schuhe zu zuschieben? Wann sollte das allgemeine Desinteresse aufhören und das tatkräftige Handeln jedes Einzelnen anfangen? Ab wann ist jeder persönlich bereit, seinen „Super-Energie-Spartarif“ bei einem herkömmlichen Anbieter zu kündigen, und wechselt gleichzeitig zu einem umweltfreundlichen aber teureren Ökostromunternehmen? Und was ist mit den ganz kleinen Gesten und Taten? Eine verbesserte Energieeffizienz und das Energiesparen sind mindestens genauso wichtig wie das Abschalten von Atommeilern, sagen Umweltexperten. Heißt das also, her mit der Wärmedämmung und Schluss mit dem „Standby Modus“?

Was denken Sie? Ab wann ist jedes einzelne Engagement sinnvoll? Energiesparlampen, Kompostieren, Klimabewusst fliegen? Wo geht das große Ganze los, und ab wann wird es nur noch kleinkariert und albern? Was sind Sie bereit, für die Energiewende zu tun? Sind nur die Energiewirtschaft und die Politik in der Verantwortung? Oder ist es wie zuhause - jeder sollte anfangen vor der eigenen Haustür zu kehren? Diskutieren sie mit!

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