Politik : Letzte Frist für die Länder

Hunderte Kühe nicht BSE-getestet / Seit November wird geprüft

-

Berlin (deh/dpa). Die letzte Frist für die Länder ist am Mittwochabend abgelaufen. Bis dahin sollten sie ihre Berichte über Unregelmäßigkeiten bei BSETests endgültig im Verbraucherministerium abgeliefert haben, verlangte Agrar-Staatssekretär Alexander Müller am Mittwochmorgen. Sollten dann immer noch keine Daten aus allen Ländern vorliegen, sollen die säumigen Ministerien nach Berlin einbestellt werden.

Das Fleisch einiger hundert Rinder ist im vergangenen Jahr in Deutschland in den Handel gelangt, ohne auf die Hirnschwammkrankheit BSE getestet worden zu sein. Rheinland-Pfalz meldete 51 ungetestete Tiere, das Saarland mindestens 25. Schon Mitte Dezember hatte Baden-Württemberg – „vorbildlich“ wie es im Verbraucherministerium in Berlin heißt – 180 Zweifelsfälle gemeldet. Ob sie auf Schlamperei oder kriminelle Energie zurückzuführen waren, ließ sich zunächst nicht ermitteln. In Deutschland müssen alle Rinder, die älter als 24 Monate alt sind, wenn sie geschlachtet werden, getestet werden. Schon im November hatte das Verbraucherministerium die Länder gebeten, die Daten der zentralen Hit-Datenbank (Herkunfts- und Informationssystem für Tiere) mit den Daten über die rund 2,9 Millionen BSE-Tests im Jahr 2003 abzugleichen. Am 23. Dezember wiederholte Staatssekretär Alexander Müller seine Bitte, diesmal verbunden mit einer Frist bis zum 29. Dezember. Allerdings gab es bisher kaum Rückmeldungen.

Rund 0,6 Prozent – bundesweit etwa 17 000 – unklare Fälle sind bereits ans Licht gekommen. Die meisten konnten auf eine falsche Eingabe von Ohrmarken-Nummern oder Adressen zurückgeführt werden. In 20 Fällen stellte das Stuttgarter Landwirtschaftsministerium „Schwarzschlachtungen“ fest, bei denen es keine Tests gegeben habe. Dort ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Der Deutsche Bauernverband (DBV) forderte am Mittwoch konsequentes Testen. Die Verbraucher müssten sich darauf verlassen können, dass „kein Rind durchrutscht“, sagte DBV-Sprecher Michael Lohse.

0 Kommentare

Neuester Kommentar