Politik : Letzter Einzugstermin: 3. Januar

Guttenberg rechnet mit bis zu 15 000 Freiwilligen bei der Bundeswehr

Berlin - Die Bundeswehr wird früher als erwartet zur Freiwilligenarmee: Nach mehr als 50 Jahren Wehrpflicht werden ab dem 1. März 2011 junge Männer nicht mehr gegen ihren Willen zur Bundeswehr eingezogen – vier Monate vor der geplanten Aussetzung der Wehrpflicht. Das Kabinett beschloss außerdem am Mittwoch die Verkleinerung der Bundeswehr von rund 240 000 auf bis zu 185 000 Soldaten. Damit stehen die wichtigsten Eckpfeiler der bisher tiefgreifendsten Reform der Streitkräfte.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) rechnet mit 7000 bis 15 000 Freiwilligen im Jahr. Derzeit gibt es rund 28 500 Grundwehrdienstleistende und 23 300 freiwillig länger Dienende. Zum 3. Januar werden voraussichtlich noch einmal weit mehr als 10 000 Wehrpflichtige eingezogen. Da künftig nicht nur Zeit- und Berufssoldaten, sondern auch Wehrdienstleistende nur noch auf freiwilliger Basis dienen, sei die Attraktivität der Bundeswehr entscheidend, sagte Guttenberg. Dazu gehörten Angebote zur Qualifizierung und Weiterbildung ebenso wie finanzielle Anreize.

Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht wird auch der Zivildienst abgeschafft. Dieser soll weitgehend durch einen Bundesfreiwilligendienst kompensiert werden, sagte Familienministerin Kristina Schröder (CDU). „Natürlich ist es erst einmal schade, dass Zivis uns in Zukunft fehlen werden.“ Derzeit leisten rund 90 000 junge Männer ihren Zivildienst in sozialen Einrichtungen. Der Bund will künftig 35 000 Männern und Frauen die Möglichkeit bieten, ein freiwilliges Jahr abzuleisten. Dafür stellt er 350 Millionen Euro im Jahr bereit – größtenteils Mittel, die bisher für den Zivildienst ausgegeben wurden. In der Regel soll der Einsatz ein Jahr betragen, mindestens sechs und höchstens 24 Monate. Für Freiwillige über 27 Jahren ist auch Teilzeitarbeit (mindestens 20 Wochenstunden) möglich. Das Angebot des Bundes soll das freiwillige ökologische und das freiwillige soziale Jahr der Länder ergänzen. ce/dapd

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