Politik : „LetzteWarnung“: Al-Qaida-Gruppe droht Italien

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Kairo/Rom Eine zum Terrornetzwerk Al Qaida gezählte Gruppe soll Italien „eine letzte Warnung“ gegeben haben. Es werde ein „Blutbad wie am 11. September“ geben, sollte es in Rom zu keinem Regierungswechsel kommen, heißt es in einer Erklärung, die am Samstag auf einer islamischen Webseite veröffentlicht und der Terrorgruppe Abu-Hafs-el- Masri-Brigaden zugeschrieben wurde. „Dies ist die letzte Warnung an das italienische Volk. Entweder werdet ihr den inkompetenten (Ministerpräsidenten Silvio) Berlusconi los oder wir werden Italien wahrhaft in Brand setzen.“ Berlusconi gilt als einer der engsten Verbündeten des amerikanischen Präsidenten George W. Bush im Irakkonflikt. In der Vergangenheit hatten Al Qaida und ihr Anführer Osama bin Laden wiederholt Italien mit Anschlägen gedroht. Nun wird in dem Schreiben betont, es handele sich nicht um eine leere Drohung. Vielmehr sollten die Italiener gewarnt werden, dass eine „wahre Katastrophe“ drohe.

Die Gruppe hatte erst Anfang des Monats mit neuen Anschlägen in Europa gedroht. Die Europäer hätten nur noch wenige Tage Zeit, das Angebot von Terroristenführer Osama bin Laden anzunehmen, hieß es in der Anfang Juli veröffentlichten Drohung. Das Bundesinnenministerium hatte von einer ominösen Gruppe gesprochen, deren Warnung nicht sehr glaubwürdig sei. Bin Laden hatte den Europäern Mitte April ein „Versöhnungsangebot“ unterbreitet. Sie hätten bis Mitte Juli Zeit, ihre Soldaten aus Afghanistan und dem Irak abzuziehen. Dann würden alle Operationen Al Qaidas in Europa eingestellt. Die Abu-Hafs-el-Masri-Brigaden hatten sich zu den Bombenanschlägen auf Züge vom 11. März in Madrid bekannt, bei denen 191 Menschen getötet wurden. Abu Hafs el Masri ist der Kampfname des von US-Truppen 2001 in Afghanistan getöteten Militärchefs von Al Qaida, Mohammed Atef.dpa

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