Libanon-Einsatz : Olmert bedauert "Missverständnisse"

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hat "Missverständnisse" nach den jüngsten Zwischenfällen der deutschen Marine mit der israelischen Luftwaffe bedauert. Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich besorgt über die Vorfälle.

Jerusalem - Olmert habe einer Delegation von CDU-Bundestagsabgeordneten die Vorfälle erläutert und sich für die anschließenden "Missverständnisse in der vergangenen Woche entschuldigt", hieß es in einer Erklärung des Büros Olmerts. Der Ministerpräsident habe zudem die Bedeutung des deutschen Einsatzes im Rahmen der UN-Friedenstruppe Unifil betont. Die Bundeswehr und die israelische Armee hätten Regelungen getroffen, die eine Wiederholung "solcher Vorkommnisse" verhindern sollten. Der deutschen Delegation gehörte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) an.

Nach den Zwischenfällen zwischen Bundeswehr und israelischen Streitkräften hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag mit dem Ehud Olmert telefoniert. Nach Angaben des Bundespresseamtes äußerte sich Merkel in dem Gespräch besorgt über die Vorfälle. Olmert sagte, die israelische Luftwaffe werde sich künftig besser mit Unifil abstimmen. Zudem sicherte er zu, dass sich solche Zwischenfälle in Zukunft nicht wiederholten.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel und die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, machten bei einem Treffen mit dem israelischen Vizeregierungschef Schimon Peres deutlich, dass "Deutschland und Israel alles unternehmen müssen, um in Zukunft jede Konfrontation und ähnliche Vorfälle wie in den letzten Tagen zwischen unseren befreundeten Streitkräften zu vermeiden". In einer Erklärung Niebels nach dem Treffen hieß es weiter, eine Vereinbarung sei wünschenswert, die derartige Zwischenfälle ausschließe.

Beim Libanon-Einsatz der deutschen Marine war es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erneut zu einem Zwischenfall mit einem Bundeswehrhubschrauber und israelischen Jagdbombern des Typs F-16 gekommen. Bereits vor einigen Tagen hatten laut Bundesverteidigungsministerium sechs israelische F-16-Maschinen über internationalem Gewässer das deutsche Aufklärungsboot "Alster" überflogen. Die Flugzeuge sollen dabei auch geschossen haben. Dieser Vorfall gilt einem Berliner Ministeriumssprecher zufolge ebenfalls als geklärt. (tso/AFP/ddp)

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