Libanon-Einsatz : Video belegt deutsche Darstellung

Die Deutsche Marine hat offenbar Videomaterial von dem Zwischenfall vor der libanesischen Küste, bei dem eine israelische F-16 geschossen haben soll. Die Bundesregierung betrachtet den Fall gleichwohl als geklärt.

Flensburg - Weil das Flottendienstboot "Alster" ein Aufklärungsschiff sei, "haben wir glücklicherweise alles akribisch auf Video mit guten Zeiss-Objektiven aufnehmen können und schon nach Berlin geschickt", sagte der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Hans Joachim Stricker. "Es ist tatsächlich alles so passiert, wie es von der deutschen Seite bekannt gegeben worden ist."

Stricker fügte hinzu: "Natürlich hat der israelische Verteidigungsminister Recht, wenn er sagt, die deutschen Einheiten sind nicht beschossen worden." Aber es sei auch richtig, "dass die F-16 geschossen hat". Stricker bezeichnete den Vorfall als "unfreundlichen Akt".

Ungeachtet dessen betrachtet die Bundesregierung den Zwischenfall als geklärt. "Wir sind zuversichtlich, dass sich ein solcher Fall in Zukunft nicht wiederholen wird", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, in Berlin. "Wir betrachten das nicht als Provokation." Das Flottendienstboot "Alster" habe sich Anfang der Woche 50 Seemeilen (gut 90 Kilometer) vor der israelischen Küste auf internationalem Gebiet befunden und sei von sechs israelischen F-16-Maschinen überflogen worden. Dabei seien zwei Schüsse aus einer Bordwaffe abgegeben worden, allerdings nicht zielgerichtet. Das Schiff sei auch nicht getroffen worden.

"Kein Zusammenhang"

Nach Raabes Worten spricht Israel von einem Hubschrauber, der angeblich nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet gewesen sei. Dieser habe sich aber 70 Kilometer von der "Alster" entfernt befunden. "Aus unserer Sicht gibt es keinen Zusammenhang zwischen beiden Punkten."

Raabe zufolge gehört das Aufklärungsschiff "Alster" nicht zu der Einsatzgruppe der Marine für den Libanon, sei aber wichtig für die Mission. "Es ist völlig in Ordnung, wenn es dort fährt." Der Bundestag sei "in geeigneter Weise" über den Einsatz der "Alster" in Kenntnis gesetzt worden. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben