Libanon : Italiener fliehen - was macht Berlin?

Die europäischen Regierungen verstärken ihre Bemühungen um ihre Bürger im Libanon in Sicherheit zu bringen. Während Italien mit der Evakuierung begonnen hat, gab das Auswärtige Amt bisher keine allgemeine Ausreiseempfehlung.

Rom/Berlin - Italien leitete nach Angaben des Außenministeriums in Rom die Ausreise von 410 Ausländern aus dem Libanon ein, bei denen es sich zumeist um Italiener handelte. Der französische Premierminister Dominique de Villepin teilte mit, es seien Vorbereitungen getroffen worden, diejenigen Franzosen, die es wünschten, über das Meer oder auf dem Landwege aus dem Land zu bringen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, die Sicherheitslage im Libanon werde «permanent» geprüft. Allerdings gab das Auswärtige Amt keine allgemeine Ausreiseempfehlung.

Italien organisierte nach Angaben des Außenamtssprechers in Rom einen Konvoi für 410 Italiener und andere Ausländer, der von Beirut Richtung Syrien losfuhr. Zwei Militärmaschinen starteten von Italien aus, um die Ausgereisten abzuholen. 180 Italiener sollten nach Zypern gebracht und dort mit einem Linienflug der Alitalia abgeholt werden. Die Zahl der Italiener im Libanon wurde von der Regierung in Rom mit gut tausend angegeben. Villepin sagte, bei der Ausfuhr der Franzosen würden zivile und militärische Mittel zum Einsatz kommen.

Das Auswärtige Amt hatte in einer Reisewarnung vom Freitag von Reisen in den Libanon dringend abgeraten. Deutschen Staatsbürgern, die sich zur Zeit im Libanon aufhalten, empfieht die Bundesregierung, möglichst am Aufenthaltsort zu verbleiben und Reisen zu vermeiden. Aufenthaltsorte in unmittelbarer Umgebung von wichtigen Infrastrukturobjekten wie Flughäfen, Kraftwerken, Verkehrsknotenpunkten und Hisbollah-Stützpunkten sollten gemieden werden. Die Zahl der Deutschen im Libanon wird auf 1100 geschätzt, von denen etwa 500 die doppelte Staatsbürgerschaft haben.

Die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes im Internet

(tso/AFP)

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