Libanon-Konflikt : Libanesische Luftabwehr schießt auf israelische Jets

Nach erneuten Tiefflügen israelischer Kampfjets über dem Libanon hat die libanesische Armee nach eigenen Angaben auf die Flugzeuge gefeuert.

Beirut - Mehrere Jets seien am Morgen zwei Mal über die Hauptstadt Beirut und ihre schiitischen Vororte hinweggeflogen, teilte die libanesische Polizei mit. Auch im Süden wurden mehrere Maschinen im extremem Tiefflug gesichtet. Die libanesische Armee erklärte, Abwehrstellungen hätten dort das Feuer auf die Kampfflugzeuge eröffnet, um die Souveränität des Landes zu verteidigen.

Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, durchbrachen auch fünf Maschinen über der Hafenstadt Tyrus 80 Kilometer südlich von Beirut die Schallmauer. Laut einem weiteren AFP-Journalisten im Südlibanon zeigten sich Offiziere der UN-Friedenstruppe im Libanon (Unifil) über die Flüge beunruhigt. Es waren demnach die intensivsten israelischen Tiefflüge seit dem Ende der israelischen Offensive gegen Stellungen der Hisbollah im Libanon am 14. August. Es war das erste Mal seit der Einstellung der Feindseligkeiten Mitte August, dass die libanesische Luftabwehr zum Einsatz kam. Eine Bestätigung für das Feuer auf die israelischen Jets gab es zuächst nicht.

Laut dem israelischen Militärradio fanden die Flüge "im Rahmen von Routineoperationen zur Aufklärung" statt. Frankreich, das die Unifil führt, verurteilte die Flüge. Sie seien eine "Verletzung der libanesischen Souveränität", sagte ein Sprecher des französischen Außenministeriums in Paris. Sie verstießen gegen den Geist der UN-Resolution 1701, mit der im August die Kampfhandlungen im Libanon beendet worden waren. Die Regierung in Beirut hat die Uno bereits viele Male aufgefordert, Israel zum Stopp der Flüge zu zwingen. Trotz der Unterstützung durch mehrere europäische Staaten, die sich an der Unifil beteiligen, lehnt Israel, das seit rund 30 Jahren solche Flüge unternimmt, dies ab. (tso/AFP)

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