Libanon-Krieg : "Ein Schritt, den wir prüfen müssen"

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat den Vorschlag der Regierung in Beirut zur Stationierung der libanesischen Armee im Süden des Landes vorsichtig begrüßt.

Jerusalem/Beirut - "Das ist ein interessanter Schritt, den wir prüfen müssen", sagte Olmert in Jerusalem. Die israelische Regierung werde alle Aspekte dieses Vorschlags überprüfen - insbesondere, ob die Stationierung in einem "vernünftigen Zeitraum" möglich sei.

Olmert versicherte erneut, dass Israel den Libanon nicht dauerhaft besetzen wolle. "Wir wollen nicht im Libanon bleiben", sagte er. Ziele der israelischen Offensive seien, weitere Raketenangriffe der Hisbollah zu verhindern sowie die Miliz aus dem Südlibanon zu vertreiben. "Je schneller wir uns aus dem Südlibanon zurückziehen, um so zufriedener werden wir sein. Aber das wird nicht möglich sein, bis wir unsere Ziele erreicht haben", betonte Olmert.

Die libanesische Regierung hatte am Montagabend vorgeschlagen, 15.000 Soldaten an die Grenze zu Israel zu verlegen. Informationsminister Ghasi Aridi betonte, dass die Armee dann "die einzige Streitmacht" in der Region sein sollte, womit er offenbar einen Rückzug der Hisbollah aus dem Südlibanon meinte.

Der libanesische Telekommunikationsminister Marwan Hamade begrüßte den Vorschlag seiner Regierung am Dienstag als "historisch". "Das ist das erste Mal, dass die libanesische Regierung in voller Souveränität eine so wichtige Entscheidung trifft", sagte Hamade. Der Minister ist zugleich Abgeordneter der antisyrischen Fraktion im Parlament. (tso/AFP)

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