Libanon-Krieg : Hisbollah feiert "historischen Sieg"

Die Waffenruhe im Libanon hält. Doch der Anführer der libanesischen Hisbollah-Miliz, Scheich Hassan Nasrallah,lehnt eine "übereilte" und "erzwungene" Entwaffnung seiner Kämpfer ab.

Beirut - Die Frage der Entwaffnung müsse im Dialog zwischen den Libanesen geregelt werden, sagte Nasrallah am Montag im Hisbollah-Sender Al Manar. Die UN-Resolution, die am Montag zu einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz führte, verlangt eine Entwaffnung der Miliz nach der Entsendung der libanesischen Armee bis zur israelischen Grenze.

Nach dem Abzug der ersten israelischen Soldaten aus dem Libanon sprach Nasrallah zugleich von einem "strategischen und historischen Sieg des ganzen Libanon und der Widerstandsbewegung" gegen Israel. Der Chef der Schiitenmiliz versprach all jenen, deren Häuser durch die israelischen Luftangriffe zerstört wurden, "ab morgen" eine Entschädigung zu bezahlen, damit sie diese wieder aufbauen könnten. Auf eine Entscheidung der libanesischen Regierung werde er nicht warten, versprach Nasrallah. Seinen Angaben zufolge wurden durch den 34 Tage währenden Konflikt 15.000 Häuser und Wohnungen im Libanon zerstört.

Aus Sicht von US-Präsident George W. Bush hat die Hisbollah im Konflikt mit Israel eine Niederlage erlitten. "Die Hisbollah hat die Krise begonnen und eine Niederlage erlitten", sagte Bush am Montag in Washington. "Die Verantwortung für das Leiden des libanesischen Volk trägt die Hisbollah", fügte er hinzu. Auch die "staatlichen Förderer des Hisbollah, Iran und Syrien" seien für die Gewalt verantwortlich. Bush sagte voraus, dass der Einfluss der schiitischen Miliz im Libanon sinken werde. (tso/AFP)

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