Libanon-Krieg : Keine Hinweise auf Chemiewaffeneinsatz

Eine medizinische Untersuchung hat keine Hinweise auf einen Chemiewaffeneinsatz der israelischen Armee im Libanon ergeben.

Mainz/Frankfurt am Main - Gewebeproben von acht angeblichen Chemiewaffenopfern hätten gezeigt, dass die Leichen keine Rückstände von chemischen Kampfstoffen enthalten hätten. Das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" hatte die Untersuchung beim Institut für forensische Medizin an der Frankfurter Goethe-Universität in Auftrag gegeben, nachdem der Chefarzt des Bachir Cham Hospitals in Sidon erklärt hatte, bei ihm eingelieferte Leichen hätten eine ungewöhnliche Schwarzfärbung aufgewiesen, die vermutlich toxischen Ursprungs sei.

Nach Angaben von "Report" handelte es sich aber lediglich um Rußpartikel. Die acht Menschen waren den Angaben zufolge am 17. Juli bei einem israelischen Raketenangriff auf eine Brücke im südlibanesischen Rmeile gestorben. Die Entnahme der Proben fand unter Aufsicht der deutschen Hilfsorganisation Medico International statt. Die beiden Medico-Mitarbeiter, Sabine Eckart und Martin Glasenapp, hatten die Proben dem Direktor des Instituts für forensische Medizin, Hansjürgen Bratzke, überbracht.

"Wir sind erleichtert, dass das Ergebnis negativ ist", erklärte Glasenapp, Nahostkoordinator der Organisation. Das ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass diese acht Menschen zivile Opfer eines verheerenden Krieges geworden seien, der die politische Situation des Nahen Ostens dramatisch verschärft habe. Glasenapp forderte den Einsatz einer "unabhängigen Untersuchungskommission zur Aufklärung aller Vorwürfe von Kriegsverbrechen". (tso/AFP)

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