Libanon-Krise : Italien fordert von Israel Einhaltung der Waffenruhe

Die italienische Regierung wird nach eigenen Angaben nur dann Friedenssoldaten in den Nahen Osten schicken, wenn Israel sich an die vereinbarte Waffenruhe hält.

Rom - "Von Israel erwarten wir, dass es seine Verpflichtung erneuert und sich diesmal wirklich daran hält, den Waffenstillstand zu achten", sagte der italienische Außenminister Massimo D'Alema in der Tageszeitung "La Repubblica". Es sei zwar richtig zu fordern, dass die radikalislamische Hisbollah-Miliz die Waffen niederlege. "Aber wir können unsere Soldaten nicht in den Libanon schicken, wenn (die israelische Armee) Zahal weiter schießt."

D'Alema sagte der Zeitung, er rechne damit, dass sich mehrere europäische Länder an der geplanten UN-Truppe beteiligen würden, darunter auch Belgien und die Niederlande. Deutschland werde "finanzielle Mittel" zur Verfügung stellen, sagte der Außenminister. "Selbst" die Franzosen würden sich vermutlich noch stärker als bisher angekündigt engagieren. Italien werde zwischen 2.000 und 3.000 Soldaten zur Verfügung stellen, das sei etwa ein Drittel der Soldaten, mit denen sich Europa an der internationalen Truppe beteiligen wolle.

Damit Italien sich im Libanon engagiere, müssten mehrere Vorbedingungen erfüllt sein, sagte D'Alema. Es müsse "klare und gemeinsame Regeln" für den Einsatz der Vereinten Nationen geben, "einen genauen Beteiligungsplan der teilnehmenden Länder", ein "starkes Mandat" der Europäischen Union und "die Garantie, dass Israel sich an die Waffenruhe hält". Italiens Regierungschef Romano Prodi hatte am Vortag erklärt, dass sein Land zur Führung der UN-Truppe Unifil bereit sei. (tso/AFP)

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