Politik : Libanon und Syrien nähern sich an

Hans-Hagen Bremer

Paris - Syrien und der Libanon wollen erstmals in ihrer Geschichte diplomatische Beziehungen aufnehmen. Das vereinbarten die Präsidenten beider Länder, Baschar al Assad und Michel Suleiman, am Samstag bei einem Treffen in Paris, zu dem sie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in den Elysee-Palast eingeladen hatte. In einer anschließenden Pressekonferenz bezeichnete Sarkozy die Vereinbarung als „absolut historisch“. Der französische Präsident hatte Assad auf dieser Geste gegenüber dem bisher von Damaskus dominierten Nachbarland bestanden. Von der förmlichen Anerkennung der libanesischen Souveränität hatte er auch eine Belebung der unter seinem Vorgänger Jacques Chirac auf einem toten Punkt angelangten Beziehungen Frankreichs zu Syrien abhängig gemacht. Als ersten Schritt auf diesem Weg kündigte Sarkozy jetzt einen Besuch in Damaskus bereits im September an.

Einen Tag vor dem Pariser Mittelmeer-Gipfel am Sonntag in Paris ist es dem französischen Präsidenten gelungen, Syrien, das nach dem Mord an dem libanesischen Regierungschef Rafik Hariri 2005 diplomatisch isoliert war, die Rückkehr auf die internationale Bühne zu ermöglichen und neue Bewegung in die Situation im Nahen Oste zu bringen. Er wünsche, dass Frankreich ein „aktive Rolle“ im Friedensprozess spiele, erklärte Assad. Der Übergang zu direkten Verhandlungen mit Israel werde jedoch erst nach den Wahlen in den USA möglich sein. Sarkozy erklärte, Frankreich sei bereit, beim Friedensprozess „diplomatisch, politisch und militärisch“ zu helfen. Hans-Hagen Bremer

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