• LIBERIA ÄTHIOPIEN SUDAN MALI SOMALIA MALAWI KONGO SIMBABWE UGANDA NIGER MAURETANIEN GUINEA-BISSAU NIGERIA SIERRA LEONE ELFENBEINKÜSTE TOGO

Politik : LIBERIA ÄTHIOPIEN SUDAN MALI SOMALIA MALAWI KONGO SIMBABWE UGANDA NIGER MAURETANIEN GUINEA-BISSAU NIGERIA SIERRA LEONE ELFENBEINKÜSTE TOGO

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Im Süden des Landes ging im Januar ein mehr als zwei Jahrzehnte währender Bürgerkrieg mit einem Friedensabkommen zu Ende. Mehr als vier Millionen Menschen flüchteten vor den Gefechten und beginnen derzeit, langsam zurückzukehren. Währenddessen ist die Lage in der westlichen Krisenregion Darfur noch immer angespannt. Seit Februar 2003 kämpfen dort zwei schwarzafrikanische Rebellengruppen gegen die arabisch geprägte Zentralregierung in Khartum. Nach Schätzungen starben bislang bis zu 300000 Menschen in dem Konflikt. Rund 2,4 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. Bislang gelang es auch der EU nicht, die Friedensgespräche voranzubringen. mki

Etwa 2,2 Millionen Menschen sind in Mali von Hunger bedroht. Helfer beschrieben vor allem die Situation in der Region Timbuktu als ernst. Die Regierung in Bamako kann auf Hilfe aus Deutschland hoffen: Die Bundesregierung pflegt enge Kontakte nach Mali, seit Bamako die Freilassung von mehreren in Algerien entführten und verschleppten deutschen MotorradTouristen vor zwei Jahren bewirkt hat. mki

Seit 1991 hat der Staat faktisch aufgehört zu existieren. Seither werden große Teile des Landes von wechselnden Kriegsherren beherrscht. Der stabilste Teil des Landes ist Somaliland, das sich 1991 bereits abspaltete und einen neuen unabhängigen, aber bisher von kaum einem Land anerkannten Staat bildete. Erst im September hat Somaliland nach Ansicht von Wahlbeobachtern weitgehend demokratisch ein neues Parlament gewählt. Nach einem langwierigen Friedensprozess ist 2004 ein neuer Präsident gewählt worden. Allerdings hat sich Abdullah Jussuf Ahmed noch nicht länger nach Somalia getraut, schon gar nicht in die ehemalige Hauptstadt Mogadischu. Offenbar bemüht er sich vor allem darum, Waffen zu kaufen. Besonders Äthiopien scheint ihm da behilflich zu sein. Beobachter fürchten, er könnte eine Entscheidungsschlacht um Mogadischu vorbereiten. Gleichzeitig lassen sich die Clanchefs nicht entmachten. Vor der Küste Somalias terrorisieren Piraten die vorbeifahrenden Schiffe. Seit März sind mehr als 20 Schiffe entführt und gegen hohe Lösegelder wieder freigelassen worden. deh

Die Demokratische Republik ist von vielen Konflikten erschüttert worden. Besonders schwer traf das drittgrößte Land Afrikas aber der Bürgerkrieg von 1998 bis 2003. Fachleute bezeichnen ihn wegen der Beteiligung einer Vielzahl von Truppen aus anderen afrikanischen Staaten und wegen seiner massiven Auswirkungen weit über die Staatsgrenzen hinaus als „Weltkrieg Afrikas“. Vor allem die andauernde Präsenz militärischer Einheiten aus den Nachbarstaaten Uganda und Ruanda verstärkt die Spannungen erheblich. 2003 hatten Rebellen und Regierung nach fünfjährigen Kämpfen ein Friedensabkommen unterzeichnet. Einige Teile des Landes befinden sich jedoch weiter außer Kontrolle. EU-Streitkräfte hatten sich 2003 mit UN-Soldaten um Stabilität bemüht. In dem fünfjährigen Krieg, an dem zahlreiche Nachbarländer beteiligt waren, kamen mehr als drei Millionen Menschen ums Leben. Bis heute wird der rohstoffreiche Osten von Rebellen unsicher gemacht, obwohl dort die UN mehrere tausend Blauhelm-Soldaten stationiert haben. Ohnehin ist der Rohstoffreichtum des Landes eine schwere Last: Mehrere Konfliktforscher sehen in den reichen Vorkommen an Diamanten, Gold und Coltan, das für die Herstellung von Chips von Mobiltelefonen gebraucht wird, die eigentlichen Beweggründe der nicht enden wollenden Kriegszustände. mki

Der Präsident Robert Mugabe herrscht wie ein Diktator und geht brutal gegen die Opposition vor. Wegen der chaotischen Landreform, durch die inzwischen nahezu alle weißen Farmer aus dem Land gejagt wurden, wobei Mugabe das Land an seine treuen Parteigenossen übergab, die keine Erfahrung in der Landwirtschaft hatten, herrscht in Simbabwe seit Jahren Hunger. Außerdem hat es im südlichen Afrika seit Jahren nicht mehr ausreichend geregnet. Das Ergebnis: Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Simbabwe war früher eine der Kornkammern Afrikas und hat früher sogar Getreide exportiert. Es mangelt aber nicht nur an Nahrungsmitteln. Auch Benzin ist Mangelware. wdr

Das Land gehört zu der Gruppe Länder im südlichen Afrika, die als erste von den Folgen des Klimawandels erwischt werden. Es hat seit Jahren nicht mehr ausreichend geregnet. Seit 2002 muss das Welternährungsprogramm jedes Jahr mit Nahrungsmittelhilfe einspringen, um die Hungernden zu versorgen. Doch so schlimm wie in diesem Jahr war die Lage noch nie. Gleichzeitig leidet Malawi an einer politischen Krise. Präsident Bingu wa Mutharika verließ kurz nach seiner Wahl im vergangenen Jahr seine Partei und gründete eine neue. Seine alte Partei wirft ihm seither vor, er veruntreue Staatsgeld, um seine neue Partei zu finanzieren, und strengt derzeit ein Amtsenthebungsverfahren an. wdr

In Äthiopien herrscht, wie fast jedes Jahr, Hunger. Auch diesmal gab es viel zu wenig Regen, und die Bevölkerung wächst weiter dramatisch. Mehr als 3,3 Millionen Menschen brauchen nach UN-Angaben Lebensmittelhilfe, um bis zur nächsten Ernte im Herbst durchzuhalten. Nach einer umstrittenen Wahl im Mai gab es Unruhen, weil die Opposition der Regierung Wahlbetrug vorwarf. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen hat die Regierung inzwischen zahlreiche Oppositionelle festgenommen und die Immunität von oppositionellen Abgeordneten aufgehoben. deh

Seit einem Putschversuch im September 2002 ist das Staatsgebiet faktisch zweigeteilt. Die Rebellen besetzen den islamisch geprägten Norden des Landes, während Soldaten der Regierung den christlich dominierten Süden kontrollieren. UN-Truppen und französische Soldaten überwachen eine Pufferzone dazwischen. Die Umsetzung eines Friedensabkommens kommt nicht voran. Die anhaltende Krise hat das Land in den wirtschaftlichen Niedergang gestürzt, der die gesamte Region schwer trifft. mki

In Liberia hat ein Friedensvertrag 2003 den 14 Jahre dauernden Bürgerkrieg offiziell beendet. Der langjährige Staatspräsident Charles Taylor wurde ins nigerianische Exil gezwungen. Dennoch flammen immer wieder Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen auf. Fachleute vermuten, dass es zu viele Kräfte in der ältesten Republik des afrikanischen Kontinents gibt, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht an einem Kriegsende interessiert sind. Eine so genannte Kriegsökonomie sei entstanden. Anderen Quellen zufolge wird davon ausgegangen, dass Ex-Präsident Taylor aus dem Exil noch immer die Fäden zieht. Die nigerianische Regierung ist vor diesem Hintergrund international in die Kritik geraten. mki

Sierra Leone befindet sich nach einem über zehn Jahre dauernden und zum Teil mit unerbittlicher Brutalität geführten Bürgerkrieg seit Januar 2002 wieder auf dem Weg zur Normalität. Armee und Polizei sind landesweit stationiert und haben im Jahre 2004 die Verantwortung für die innere und äußere Sicherheit von der Friedensmission der Vereinten Nationen (UNAMSIL) übernommen. Die Truppenstärke der UNAMSIL, sollte bis Mitte 2005 auf 3250 Soldaten reduziert werden. In den vergangenen Monaten sind bei sintflutartigen Regenfällen und anschließenden Überschwemmungen 20 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 15 000 verloren ihre Behausungen. Das Land ist infrastrukturell vor Katastrophen dieser Art nicht geschützt. Nach UN-Angaben ist Sierra Leone der ärmste Staat der Welt. mki

Das Land zählt zu den ärmsten Staaten der arabischen Welt. Rund 62 Prozent der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben, 57 Prozent leben unter der Armutsgrenze. Durch die gegenwärtige Hungerkatastrophe verschlimmert sich die Lage deutlich. Der prowestliche Kurs des früheren Staatspräsidenten führte Anfang August zum Putsch durch revoltierende Teile des Militärs. Die Putschisten haben angekündigt, binnen zwei Jahren demokratische Verhältnisse herstellen zu wollen. mki

Guinea-Bissau zählt zu den fünf ärmsten Ländern der Erde. Die über Jahrhunderte auf die Kolonialmacht Portugal ausgerichtete Wirtschaft war nach deren Abzug 1974 nicht mehr lebensfähig und wird von Experten heute als desolat bezeichnet. Nach zehnjährigem Unabhängigkeitskrieg und Jahrzehnten politischer Instabilität kam es seit 1998 erneut zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Nach Friedensverhandlungen fanden im Frühjahr dieses Jahres endlich Präsidentschaftswahlen statt. Eine daraufhin folgende Stichwahl gewann am 24. Juli 2005 unter verfassungsmäßig problematischen Gesichtspunkten der frühere Staatschef General Joao Bernardo Nino Vieira. mki

Nach Gesprächen mit der EU war Togo im Frühjahr 2004 mehrfach Selbstverpflichtungen eingegangen, um Demokratie und Menschenrechte zu stärken. Nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen Ende April 2005 hatten sich Faure Gnassingbe, der Sohn des verstorbenen früheren Präsidenten Gnassingbe Eyadema, ebenso wie Emmanuel Bob Akitani, der Anführer eines Wahlbündnisses der sechs wichtigsten Oppositionsparteien, jeweils zum Wahlsieger erklärt. Bei den folgenden Unruhen wurden zahlreiche Menschen getötet. Auch die Niederlassung des Goethe-Instituts in der Hauptstadt Lomé war durch einen Brandanschlag zerstört worden. Zehntausende flohen in die Nachbarstaaten Benin und Ghana. mki

Niger ist nach UN-Angaben das zweitärmste Land der Welt. Nach Einschätzung des deutschen Entwicklungsministeriums sind mehr als ein Viertel der 12 Millionen Nigrer von der grassierenden Hungersnot betroffen. Die Katastrophe ist jedoch alles andere als unerwartet: Hilfsorganisationen sagten sie bereits im vergangenen Jahr voraus, als die Ernten vertrockneten und die Felder von Heuschrecken leer gefressen wurden. Seit Jahren droht zudem der Fluss Niger als eine der wichtigsten Lebensadern der Region auszutrocknen. Zu den kargen Bodenschätzen gehört Uran, das Niger angeblich sogar in den Irak geliefert haben soll. Entsprechende Vorwürfe erwiesen sich allerdings als falsch. mki

Der bevölkerungsreichste Staat Afrikas (ca. 133 Millionen Einwohner) ist durch drei zentrale Konfliktlinien geprägt. Erstens führt die Multireligiosität zu Spannungen innerhalb und zwischen den Landesteilen. Infolge der Einführung der Scharia als Rechtsordnung im muslimisch geprägten Norden des Landes ist es beispielsweise zu Menschenrechtsverletzungen gekommen, die auch international Aufsehen erregten. Zweitens führt die Multiethnizität immer wieder zu Spannungen zwischen unterschiedlichen Volksgruppen. Neben den drei großen ethnischen Gruppen – Hausa/Fulani im Norden, Yoruba im Südwesten und Igbo im Osten – gibt es etwa 400 Minderheiten, die das politische Gewicht der drei großen Völker oft als Dominanz empfinden. Drittens bereitet der Kampf um den Erdölreichtum im Nigerdelta zusätzliche Probleme. Internationale Erdölkonzerne tragen zur Destabilisierung des Landes bei. So gab der niederländisch-britische Shell-Konzern 2004 zu, die Konflikte im Land teilweise zu schüren. mki

Seit 18 Jahren kämpft die Lord Resistance Army (LRA), die göttliche Widerstandsgruppe, unter ihrem brutalen Führer Joseph Kony im Norden Ugandas gegen die Armee von Präsident Yoweri Museveni. Die LRA hat keine erkennbaren Ziele. Die Truppe um Kony entführt massenhaft Kinder und zwingt sie, für ihn als Kindersoldaten zu kämpfen oder macht sie zu Sexsklavinnen. Nach UN-Schätzungen tötete die LRA seit 1987 mehr als 100 000 Menschen, mehr als eine Million Menschen lebt in Flüchtlingslagern in Uganda und muss seit Jahren vom Welternährungsprogramm (WFP) versorgt werden. Museveni wiederum hält sich für unentbehrlich in Uganda und hat in diesem Jahr das Parlament davon überzeugt, die Verfassung so zu ändern, dass er mehr oder weniger Präsident auf Lebenszeit werden kann. deh

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