Politik : Liberia werden Schulden erlassen

Washington - Dem westafrikanischen Liberia sind von der internationalen Gemeinschaft Schulden in Höhe von 4,6 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) erlassen worden. Die Maßnahme sei Teil einer internationalen Initiative für die ärmsten hochverschuldeten Länder der Welt, teilten der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank in Washington mit. An dem Programm zum Schuldenerlass für besonders arme Staaten sind außer IWF und Weltbank auch andere internationale Institutionen wie die Afrikanische Entwicklungsbank sowie Staaten und private Gläubiger beteiligt. Das frühere Bürgerkriegsland Liberia gehört zu den ärmsten Staaten der Welt.

Liberia habe sich den Schuldenerlass durch das Ergreifen der „notwendigen Maßnahmen“ verdient, erklärten Weltbank und IWF. Der Schuldenerlass sei durch „die außergewöhnlichen Anstrengungen der Mitglieder der internationalen Gemeinschaft“ möglich geworden. Wie viele Schulden Liberia noch bleiben, wurde nicht mitgeteilt.

Nach IWF-Angaben aus dem Jahr 2008 sind die USA und Deutschland Liberias Hauptgläubiger. Sie sind an dem nun angekündigten Schuldenerlass beteiligt. Das US-Finanzministerium teilte mit, die USA wollten zum Abschluss eines Treffens des sogenannten Pariser Clubs im September einen weiteren Schuldenerlass für Liberia in Höhe von 100 Millionen Dollar verkünden. Damit würde der Schuldenerlass durch die USA 400 Millionen Dollar betragen. Das US-Finanzministerium rief die übrigen Staaten des Pariser Clubs auf, ebenfalls großzügig zu sein. Der informelle Zusammenschluss von Industriestaaten entstand 1956 als Möglichkeit, Zahlungsprobleme verschuldeter Entwicklungsländer multilateral zu lösen.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte den Schuldenerlass als „Etappe in der richtigen Richtung“. Dadurch würden Mittel für Sozialausgaben frei. Angesichts der Krise der Gesundheitsversorgung in Liberia sei „ein einfacher Schuldenerlass“ jedoch „nicht ausreichend“. AFP

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