Liberia : Wirtschaftsexpertin vor Wahlsieg

Die Wirtschaftsexpertin Ellen Johnson-Sirleaf hat sich zur Siegerin der Präsidentschaftswahl in Liberia und damit zur ersten gewählten Präsidentin eines afrikanischen Staates erklärt.

Monrovia/Nairobi - "Ich denke, das Ergebnis ist eindeutig, das liberianische Volk hat mich gewählt, um die Versöhnung und Entwicklung des Landes voranzutreiben", sagte die 66-Jährige am Donnerstagabend. Nach Auszählung von etwa 90 Prozent der Stimmen führte sie in der Stichwahl mit 59 Prozent. Ihr Wahlsieg gilt damit als so gut wie sicher.

Sie lud den lange als Favoriten geltenden Ex-Fußballstar George Weah ein, sich an der Regierung zu beteiligen. Weah hat eine offizielle Beschwerde wegen Wahlbetrugs eingereicht. Johnson-Sirleaf ist eine Nachfahrin frei gelassener Sklaven, die Liberia Ende des 19. Jahrhundert gründeten. Sie war in den 80er Jahren bereits Finanzministerin in Liberia und lebte während des Bürgerkriegs teilweise in den USA im Exil und arbeitete später für die Weltbank.

Etwa 1,3 Millionen Liberianer waren vor einem Monat zur ersten Wahl seit Ende des 14 Jahre dauernden Bürgerkriegs in dem westafrikanischen Land aufgerufen. Nach Ansicht von internationalen Wahlbeobachtern sind die Wahlen weitgehend frei und fair verlaufen. Am Freitag war noch unklar, wann das offizielle Ergebnis bekannt gegeben werden soll. Liberia erholt sich nur langsam von den Folgen des Krieges, der vor zwei Jahren offiziell beendet wurde. Etwa 15 000 UN-Soldaten überwachen das Friedensabkommen und helfen bei der Entwaffnung der Milizenkämpfer, unter ihnen viele Kindersoldaten. (tso/dpa)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben