Politik : Libyen: Baldige Ausreise der Bulgarinnen

Kairo - Die Ausreise der fünf bulgarischen Krankenschwestern aus Libyen steht nach den Worten des Sohnes von Staatschef Gaddafi unmittelbar bevor. „Die Abschiebung wird erfolgen, sobald alle Details des Abkommens geklärt sind, und dies ist nun fast abgeschlossen“, erklärte Seifal-Islam al Gaddafi gegenüber der arabischen Zeitung „Al Hajat“. Er hoffe, dass die Krankenschwestern und der palästinensische Arzt spätestens am Tage der Ankunft des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Libyen ausreisen können. Sarkozy wird Mitte kommender Woche in Libyen erwartet.

Die Bulgarinnen und der Palästinenser haben acht Jahre in libyscher Untersuchungshaft verbracht. Sie waren zum Tode verurteilt worden, weil sie für die Ansteckung von mehr als 400 Kindern mit dem HI-Virus in einem Krankenhaus in Bengasi verantwortlich gemacht wurden. Die Gaddafi-Stiftung erreichte eine Einigung mit den Familien der Kinder, die nun aus dem „Bengasi-Fonds“ jeweils eine Million US-Dollar erhalten haben. Daraufhin wandelte der Oberste Richterrat des Landes die Todesurteile am vergangenen Dienstag in lebenslange Haftstrafen um. Nach Einschätzung von Aids-Experten waren die Verurteilten als Sündenböcke für die schlechte Hygiene in dem Krankenhaus missbraucht worden. Der Gaddafi-Sohn erklärte in dem Interview, das Geld für den Fonds sei von Bulgarien und der Tschechischen Republik aufgebracht worden. Ein Teil davon seien erlassene libysche Staatsschulden. Doch auch libysches Geld sei in den Fonds geflossen. dpa

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