Libyen : Bulgarische Krankenschwestern zum Tode verurteilt

Weil sie angeblich mehr als 400 libysche Kinder absichtlich mit dem HIV-Virus infiziert haben sollen, sind fünf bulgarische Krankenschwestern und ein Arzt aus Palästina in Tripolis erneut zum Tode verurteilt worden.

Tripolis - Im Berufungsprozess um die angebliche Ansteckung libyscher Kinder mit dem HIV-Virus sind die sechs Angeklagten - fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt - zum Tode verurteilt worden. Ein Berufungsgericht in Tripolis bestätigte damit ein Todesurteil in erster Instanz aus dem Jahr 2004. Den Krankenschwestern wurde vorgeworfen, 426 Kindern in einem Krankenhaus in Benghasi bewusst HIV-verseuchte Transfusionen verabreicht zu haben. Mehr als 50 Kinder sind seitdem an den Folgen gestorben.

Das Oberste Gericht gab im Dezember 2005 der Berufungsklage statt, weil die Vorinstanz entlastende Aussagen ausländischer HIV-Experten nicht berücksichtigt habe. Auch eine neue wissenschaftliche Studie entlastete die Angeklagten. Drei der Angeklagten sagten aus, ihre Geständnisse seien durch Folter erzwungen worden. Der Fall hatte starke internationale Proteste hervorgerufen. (tso/AFP)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar