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Libyen : Diktator Muammar al-Gaddafi nach Niger geflohen?

Während in Libyen eine Stadt nach der anderen in den Verantwortungsbereich der neuen Regierung übergeht, ist der Aufenthaltsort des ehemaligen Machthabers noch immer unbekannt. Nun gibt es neue Hinweise.

Ein großer libyscher Militärkonvoi ist nach Medienberichten im südlichen Nachbarland Niger eingetroffen. Die Fahrzeuge hätten am Dienstag die Stadt Agadez erreicht, berichtete der Fernsehsender Al-Arabija unter Berufung auf Militärquellen. Es habe sich um einen „großen Konvoi mit 200 Fahrzeugen“ gehandelt.

Arabische Sender spekulierten, dass der bisherige Machthaber Muammar al-Gaddafi sein Land mit dem Konvoi verlassen haben könnte. Diverse Medien stellten die Vermutung an, dass Gaddafi über Niger versuchen könnte, Burkina Faso zu erreichen. Das westafrikanische Binnenland hatte dem abgesetzten Staatschef Asyl angeboten.

Die Berichte überkreuzen sich allerdings mit anderen Meldungen aus der Nacht, wonach sich Gaddafi noch in Libyen aufhalten soll. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira hatte in der Nacht zum Dienstag berichtet, Gaddafi sei noch in Libyen. Das habe sein Sprecher Mussa Ibrahim einer TV-Station in Syrien gesagt. Dem 69-Jährigen gehe es demnach gesundheitlich ausgezeichnet und er sei guter Stimmung.

In Libyen fällt nach tagelangen Verhandlungen offenbar eine der letzten Hochburgen Gaddafis kampflos an die neue Regierung. Al-Dschasira berichtete am Dienstag unter Berufung auf Rebellenkreise, die Einheiten des Übergangsrates würden im Laufe des Tages in die Wüstenstadt Bani Walid einrücken. Dies sei das Ergebnis von Gesprächen. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.

Nach dem sechsmonatigen Bürgerkrieg halten Gaddafis Truppen nur noch wenige Städte. Über den Aufenthaltsort des langjährigen Machthabers wird immer wieder spekuliert. (dpa/rtr)

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