Politik : Libyen: Hoffnung für Bulgarinnen

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Sofia - Für fünf in Libyen zum Tode verurteilte bulgarische Krankenschwestern gibt es möglicherweise neue Hoffnung. Nach einem Bericht der bulgarischen Zeitung „24 Tschassa“ vom Samstag bekräftigte Seif al Islam, Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al Gaddafi, dass die Frauen nicht hingerichtet würden. Er garantiere dies, schrieb die Zeitung nach einem Gespräch mit Islam in Paris. Der 33-jährige Ingenieur leitet eine humanitäre Stiftung „Gaddafi“. Die Frauen werden seit acht Jahren in Libyen festgehalten.

Die Todesstrafen gegen die Bulgarinnen und einen palästinensischen Arzt waren kurz vor Weihnachten 2006 von einem libyschen Gericht bestätigt worden. Ihnen wird vorgeworfen, 400 libysche Kinder absichtlich mit dem HI-Virus angesteckt zu haben. Aids-Experten hatten dagegen bewiesen, dass die Epidemie in dem Kinderkrankenhaus in Bengasi noch vor dem Eintreffen der Bulgarinnen ausgebrochen war. Als möglichen Grund für die Ansteckung nehmen sie mangelnde Hygiene in der Klinik an.

Der Fall wurde inzwischen an das Oberste Gericht Libyens geleitet. Die EU, der Bulgarien seit dem 1. Januar angehört, setzt sich für die Freilassung der Mediziner ein. dpa

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