Libyen : Nato: Wichtige Erfolge der Rebellen

Die Rebellen in Libyen besiegen die Gaddafi-Truppen an mehreren Fronten. Die Nato wertet den Start einer alten Kurzstreckenrakete als Beweis für Gaddafis Verzweiflung. Indessen setzen sich immer mehr Weggefährten Gaddafis ins Ausland ab.

Das Gaddafi-Regime ist fast am Ende, glauben Libyen-Beobachter.
Das Gaddafi-Regime ist fast am Ende, glauben Libyen-Beobachter.Foto: dpa

Mit wichtigen militärischen Erfolgen haben die Rebellen in Libyen Machthaber Muammar al-Gaddafi nach Ansicht der Nato weiter in die Enge getrieben. Eine Sprecherin des Bündnisses kritisierte am Dienstag in Brüssel scharf das erstmalige Abfeuern einer Kurzstreckenrakete vom Typ Scud aus sowjetischer Produktion. „Das zeigt, dass Gaddafi und sein Regime verzweifelt sind“, sagte Nato-Sprecherin Carmen Romero am Dienstag in Brüssel vor Journalisten.

Nach Angaben eines Militärsprechers, des kanadischen Obersts Roland Lavoie, schlug die Rakete fünf Kilometer östlich der von Rebellen kontrollierten strategisch wichtigen Stadt Al-Brega ein. Die Rakete sei nicht steuerbar und daher für Zivilisten sehr gefährlich. „Der Einsatz dieser Raketen gegen einen Ort oder ein Industriegebiet ist zutiefst verantwortungslos“, sagte Lavoie.

Die Rebellen seien in den vergangenen Tagen sowohl nach Norden an die Mittelmeerküste als auch in Richtung Osten vorgestoßen. „Diese Vorstöße sind die wichtigsten Geländegewinne der Anti-Gaddafi-Kräfte seit Monaten“, sagte Lavoie. Auch in der Nähe der lange umkämpften Städte Misrata und Al-Brega habe es deutliche Erfolge gegeben. Die Hauptstadt Tripolis sei de facto eingeschlossen: „Die Gaddafi-Truppen werden große Probleme haben, sich zu versorgen und weiterhin zu agieren.“ Im Nordwesten und im Osten seien die Regierungstruppen Gaddafis „teilweise in großer Hast und unter Zurücklassung ihrer Waffen abgezogen“: „Das war kein geplanten und organisierter Rückzug.“

Zur Frage, ob Gaddafi über weitere Scud-Raketen verfüge, sagte Lavoie, bei den seit Ende März laufenden Luftangriffen seien zahlreiche Abschussrampen und Depots zerstört worden. Die Raketen seien gefährlich für die Zivilisten, militärisch aber nur von geringem Wert: „Das ist so, als ob man Teller an die Wand wirft: Eine Menge Lärm und das ist es dann auch.“ Libysche Beobachter vermuten, dass es in der Wüste rund um Gaddafis Heimatstadt Sirte zahlreiche geheime Waffendepots gibt.

In Al-Brega starben am Montag nach Angaben der Oppositionszeitung „Qurayna“ 26 Kämpfer der Rebellenarmee. 40 Kämpfer seien verletzt worden, hieß es am Dienstag. Die meisten von ihnen seien von Scharfschützen erschossen worden. In der Umgebung von Sabratha westlich von Tripolis sollen zwei Rebellen getötet worden sein.

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