Libyscher HIV-Prozess : Bulgarien sieht politische Lösung

Nach der Bestätigung der Todesurteile gegen fünf bulgarische Krankenschwestern im Aids-Prozess in Libyen zeichnet sich jetzt eine politische Lösung ab.

Sofia - "Es gibt einen politischen Rahmen für den Abschluss des Verfahrens, und die Todesurteile sind Teil dieses Rahmens", sagte der bulgarische Vize-Außenminister Feim Tschauschew im Privatfernsehen bTV in Sofia nach einem Besuch in Libyen. Den Bulgarinnen wird vorgeworfen, 400 libysche Kinder vorsätzlich mit dem HIV-Virus angesteckt zu haben, was wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt hatten.

Der Fall der Krankenschwestern sei jetzt an das Oberste Gericht von Libyen weitergeleitet worden, erklärte Tschauschew. Sollte auch dieses Gericht die Todesurteile bestätigen, dann werde der Oberste Richterrat des arabischen Landes zum Zuge kommen. Dieser Rat könnte sich für mildere Strafen entscheiden oder die Bulgarinnen freisprechen. Unterdessen seien die Verhandlungen mit Libyen über eine Entschädigung der Familien der mit Aids infizierten Kindern in Tripolis weiter fortgesetzt worden, sagte Tschauschew. Daran beteiligten sich neben den Vertretern Bulgariens und Libyens auch die Botschafter der USA, Deutschlands und Frankreichs. (tso/dpa)

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