• Lindhs Mörder versteckte Beweisstück Polizei identifiziert auf seiner Hose Blut der Außenministerin

Politik : Lindhs Mörder versteckte Beweisstück Polizei identifiziert auf seiner Hose Blut der Außenministerin

André Anwar

Im Fall des Mordes an Schwedens Außenministerin Anna Lindh wird eine baldige Anklageerhebung wahrscheinlich. Die schwedische Polizei hat die Hosen, die der 24-Jährige Hauptverdächtige beim Angriff auf Lindh Anfang September getragen haben soll, in einem Wald in der nähe von Stockholm gefunden. An den Hosen konnte das staatliche kriminaltechnische Labor nach Angaben der Tageszeitung „Expressen“ Anna Lindhs Blut und DNA-Spuren des 24-Jährigen identifizieren.

Die Mutter des Hauptverdächtigen soll der Stockholmer Polizei den entscheidenden Tipp gegeben haben. Obwohl diese Angaben offiziell noch nicht bestätigt wurden, hatte die Oberstaatsanwältin und Leiterin der Voruntersuchungen Agneta Blidberg am Wochenende eingeräumt, dass neue technische Beweise den Verdacht gegenüber dem 24-Jährigen erhärtet hätten. „Wir prüfen, ob eine Anklageerhebung bereits vor Weihnachten möglich ist“, sagte Blidberg im Radio. Der neue Fund stärke den Verdacht des seit fünf Wochen in Untersuchungshaft einsitzenden Mannes massiv. „Wir haben eine Reihe von technischen Beweisen die, jeder für sich, für eine Verurteilung ausreichen müssten“.

Zusammengenommen ergibt das eine völlig wasserdichte Beweiskette“, sagte ein Polizeibeamter dem „Expressen“. Vor dem Mord wurde der Verdächtige von Überwachungskameras im Kaufhaus „NK“ mit einem „Nike“-Pullover, dunklen Hosen mit großen Taschen und einem blauen Basecap gefilmt. Die Kappe und das Messer, hatte der Täter auf dem Fluchtwegen weggeworfen. Auf beiden hatte das kriminaltechnische Labor bereits DNA von Anna Lindh und dem verhafteten 24-jährigen nachweisen können. Auch auf der Mordwaffe, einem Mora-Messer soll DNA des Hauptverdächtigen identifiziert worden sein.

Kurz nach der Tat soll der 24-Jährige zu einem Waldstück in der Nähe von Stockholm gefahren sein, wo er die Hosen an einem wieder erkennbaren Platz versteckte. Den „Nike“ Pullover soll der Verdächtige später verbrannt haben. Am Morgen des 24. September wurde der 24-Jährige in seiner Wohnung festgenommen und ein bis dahin unschuldig festgenommener 35-Jähriger wieder freigelassen. Der 24-Jährige soll den Mord bereits vor der Festnahme seiner Mutter und zwei weiteren Personen gestanden haben. Gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft streitet er jedoch weiterhin ab, des Mordes schuldig zu sein.

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