Linke : Bisky bezweifelt allgemeinen Schießbefehl an DDR-Grenze

Der Vorsitzende der Linken, Lothar Bisky, hat Zweifel an der Existenz eines allgemeinen Schießbefehls der DDR an der früheren innerdeutschen Grenze. Ihm sei kein derartiges Dokument bekannt.

Hamburg/Berlin"Für mich ist nicht belegt, dass es einen generellen Schießbefehl gab. Denn den hätte nur der Nationale Verteidigungsrat beschließen können. In dieser Form ist er meines Wissens nicht dokumentiert", sagte Bisky in der "Bild am Sonntag". Er ließ jedoch keinen Zweifel an der Praxis des DDR-Regimes. Unbestreitbar sei an der Grenze geschossen worden, und es seien Menschen zu Tode gekommen. "Das war die schlimmste Seite der DDR und hat der sozialistischen Idee am meisten geschadet", so Bisky.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Linke-Chef an den Schauspieler Ulrich Mühe. Er kenne "eine Reihe von jungen Männern, die an der Grenze Dienst getan haben und die nicht geschossen haben. Der kürzlich verstorbene Schauspieler Ulrich Mühe war einer von ihnen. Man musste nicht schießen." Gegen "DDR-Nostalgie" sei er immun, betonte Bisky. "Ich möchte die DDR nicht wiederhaben. Aber es gab dort eben auch sehr vernünftige Dinge, die man übernehmen sollte. Das macht gerade Familienministerin (Ursula) von der Leyen vor mit den Kinderkrippen." (mit dpa)

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