Linke : Hatte Gysi doch Kontakt zur Stasi?

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi soll nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" die Unwahrheit über seine Kontakte zur Stasi während der DDR gesagt haben.

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Linken-Fraktionschef Gregor Gysi. Foto: dapd
Linken-Fraktionschef Gregor Gysi.Foto: dapd

Der Zeitung liegt demnach ein Dokument der Stasi-Unterlagen-Behörde vor, dass Gysis Aussagen erschüttert, wonach er keine Kontakte zur DDR-Geheimpolizei hatte. Dem dreiseitigen Papier zufolge habe sich der damalige DDR-Anwalt Gysi am 16. Februar 1989 mit zwei Stasi-Offizieren getroffen, um mit ihnen ein am Vortag geführtes Interview mit dem „Spiegel“ auszuwerten. Gysis Sprecher bestritt die Vorwürfe. Gysi habe weder das Interview mit dem Spiegel noch andere Interviews mit MfS-Offizieren besprochen und ausgewertet.

Dem Bericht zufolge beschwerte sich Gysi als Vorsitzender des Kollegiums der Rechtsanwälte der DDR gegenüber der Stasi darüber, dass „die Rechtsanwaltschaft der DDR zunehmend vom Staat ’auch international ins Feuer geschickt’ werde“. In dem Dokument heiße es weiter, Gysi habe der Abteilung Staat und Recht des Zentralkomitees der SED im Vorfeld empfohlen, „das Interview für den ’Spiegel’ aus Gründen der Unseriosität des Blattes und den damit verbundenen Gefahren für eine ordnungsgemäße Wiedergabe“ nicht zu genehmigen. Entgegen seinem persönlichen Rat sei „letztlich aus Gründen der Dialogpolitik anders entschieden“ worden.

Gysis Sprecher erklärte, Gysi habe mit Angehörigen, Freunden und Rechtsanwaltskollegen und sicher noch am selben Tag mit einem Mitarbeiter der Abteilung Staat und Recht des ZK der SED telefonisch oder persönlich gesprochen. Letzteres Gespräch habe nicht nur der Auswertung des Interviews gedient, sondern auch dem Vorschlag, die später vorgelegte schriftliche Fassung des Interviews dort abstimmen zu können. (mit AFP)

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