Politik : Linke Szene lädt zum Klima-Camp

Dieter Hanisch

Hamburg - Im Vorfeld des Klima- und Antirassismus-Zeltlagers eines Bündnisses linker Gruppierungen bei Hamburg hat es mehrere Anschläge gegeben.

„Die meisten Teilnehmer sind sicherlich friedlich“, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Dennoch ist die Hamburger Innenbehörde besorgt, denn in drei Wohnungen von Mitarbeitern der Ausländerbehörde sind Scheiben eingeworfen worden. Ein Opfer war der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Gunnar Eisold. Ferner gab es zwei Brandanschläge auf Fahrzeuge. In allen Fällen hat in einem Bekennerschreiben eine „Militante Antirassistische Gruppe gegen das Imperium“ (Maggi) die Verantwortung übernommen. Sollte sich herausstellen, dass der Täterkreis mit dem Camp zu tun hat, will der Hamburger SPD-Fraktionschef Michael Neumann das befristet überlassene Gelände räumen lassen.

Die Camp-Organisatoren rechnen mit bis zu 2500 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland, die Polizei geht von weniger aus. Nach den Protesten beim G-8-Gipfel von Heiligendamm im vergangenen Jahr stellt das mehrtägige Treffen von Globalisierungsgegnern in der Elbmetropole die erste größere überregionale Plattform für Nichtregierungsorganisationen dar. Mit Aktionen und Demonstrationen wollen die Verantwortlichen für Klimaschutz und eine einwanderungsfreundlichere Gesellschaft werben. Dabei wird ausdrücklich auch zu zivilem Ungehorsam aufgerufen. So kursieren im Internet Aufrufe, den Flughafen Hamburg lahm zu legen oder die Baustelle des von Vattenfall geplanten Kohlekraftwerks Moorburg zu besetzen. Dieter Hanisch

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