Politik : Linke verteilen Posten für das neue Parteienbündnis

Matthias Meisner

Berlin - Fünf Wochen vor dem Zusammenschluss von Linkspartei/PDS und WASG steht die engere Führung der neuen Partei Die Linke so gut wie fest. PDS-Chef Lothar Bisky soll das Parteienbündnis zusammen mit Oskar Lafontaine führen, dem Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag. Nach Bisky, der seine Kandidatur bereits im März angekündigt hatte, will sich Lafontaine voraussichtlich am Rande einer WASG-Vorstandssitzung am kommenden Samstag erklären.

Lafontaine und Bisky werden vier Stellvertreter haben. Neben der bisherigen Linkspartei-Vize Katja Kipping und WASG-Chef Klaus Ernst sollen für die WASG die Bielefelder Gewerkschafterin Ulrike Zerhau und für die PDS die Schweriner Landtagsabgeordnete Angelika Gramkow in die Spitze aufrücken. Mit einer Gegenkandidatur muss Ernst rechnen – nach Tagesspiegel-Informationen wird diese von Verdi-Chefvolkswirt Michael Schlecht erwogen. Die Wahl von Dietmar Bartsch zum Bundesgeschäftsführer und Karl Holluba zum Schatzmeister, beide in gleicher Funktion bereits bei der Linkspartei, gilt dagegen als sicher.

Zunächst wählen WASG und PDS am 15. Juni getrennt. Rechtlich relevant ist erst die Bestätigung auf dem Gründungsparteitag am 16. Juni. Danach will der Vorstand zwei weitere Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands benennen: Katina Schubert und Christine Buchholz. Um beide hatte es Auseinandersetzungen gegeben. Lafontaine wollte die bisherige PDS-Parteivize Schubert, Mitarbeiterin des Berliner Wirtschaftssenators Harald Wolf, nicht akzeptieren. Auch Buchholz als Mitglied der trotzkistischen Gruppe „Linksruck“ gilt inzwischen als Parteivize nicht mehr als durchsetzbar. Zum West-Beauftragten will Lafontaine seinen Vertrauten Ulrich Maurer machen. Ferner soll Christel Rajda als von der WASG benannte Finanzexpertin zur Spitze gehören. Als Bundeswahlkampfleiter ist Bodo Ramelow vorgesehen, der das auch schon bei der PDS war.

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