Politik : Linkes Bündnis steht auf der Kippe

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Berlin - Die Führung der Linkspartei/PDS stellt sich auf ein Scheitern des für 2007 geplanten Zusammenschlusses mit der WASG ein. Die Partei reagierte damit auf die Absicht der WASG, in Berlin in Konkurrenz zur PDS bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin anzutreten. Überraschend hat der WASG-Bundesvorstand diesen Sonderweg zunächst zugelassen. Das bei der Bundestagswahl erfolgreiche Linksbündnis von Oskar Lafontaine und Gregor Gysi droht zu platzen.

Der Beauftragte der PDS für die Parteifusion, Bodo Ramelow, sagte dem Tagesspiegel, die WASG-Bundesführung habe sich „nicht gerade konfliktstark“ gezeigt. Für ihn stelle sich die Frage, ob die WASG die vereinbarte Kooperation wirklich ernst meine. Ramelow sagte, der neuen Partei sollten nur jene angehören, die wirklich eine neue Partei wollten – und nicht Akteure „mit Straßenkämpferphilosophie“ wie sie die WASG Berlin beherrschen würden. Ein „Zurück zur alten PDS“ werde es aber nicht geben. Aus mehreren Landesverbänden der PDS gibt es Forderungen, die Kooperation in der bisherigen Form aufzukündigen. Stattdessen soll versucht werden, den „vernünftigen“ Teil der WASG für eine Westausdehnung der PDS zu gewinnen. WASG-Chef Klaus Ernst, der im Vorstand seiner Partei unterlegen war, sagte, er sehe seine Partei in Gefahr. Lafontaine, Chef der Bundestagsfraktion, appellierte an den am Wochenende in Ludwigshafen tagenden WASG-Bundesparteitag, den konkurrierenden Wahlantritt in Berlin „nicht tatenlos“ hinzunehmen.

Die Berliner WASG reichte ihre Kandidatenliste mit der Trotzkistin Lucy Redler an der Spitze beim Landeswahlleiter ein. Sie muss für einen eigenen Wahlantritt jetzt noch 2200 Unterstützungsunterschriften sammeln.ce/lvt/m.m.

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