Linksbündnis : Bündnisname: PDS gibt sich kompromissbereit

Über den Namen eines Linksbündnisses lässt die PDS mit sich reden - zumindest für einzelne Bundesländer. In Erfurt sagte der Wahlkampfleiter der Partei, dass das Kürzel PDS keine unbedingte Bedingung sei.

Berlin/Erfurt. (13.06.2005, 12:50 Uhr) - Die PDS hat Kompromissbereitschaft in der Debatte um den Namen des Linksbündnisses mit der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) signalisiert. «Da wird sich eine Lösung finden lassen», sagte Parteichef Lothar Bisky am Montag in der ARD. «Wir wollen gerne erkennbar machen, dass wir Sozialisten sind.» Auf die Frage, ob er auf das Kürzel im Namen bestehe, sagte Bisky, er gehe «nie geschlossen in Verhandlungen». PDS-Wahlkampfleiter Bodo Ramelow zeigte sich offen dafür, dass das Kürzel PDS in den westlichen Bundesländern nicht ausdrückliche Bedingung ist.

«Wir würden nicht protestieren», sagte Ramelow der dpa in Erfurt. Landesverband und Landeswahlleiter müssten es aber akzeptieren. Er rief die Landesverbände dazu auf, mit der WASG zu sprechen. Ramelow geht von Gesprächen in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen noch in dieser Woche aus. Er warnte die WASG davor, eigene Listen aufzustellen. «Das wäre Harakiri.» Die Vereinbarung sei, dass beide Seiten sich keine Konkurrenz machten.

Die Frage des Namenskürzels beurteilte der Wahlkampfleiter für die Partei auf Bundesebene anders als auf Landesebene. Auf Bundesebene müsse der Name PDS zwingend erhalten bleiben. Sachsen-Anhalts scheidende PDS-Chefin Rosemarie Hein pochte ebenfalls darauf. «Die PDS ist im Osten ein Markenzeichen, ohne das der Einzug in den Bundestag nicht gelingen kann», sagte sie in Magdeburg. Die Spitzen von PDS und WASG hatten am Wochenende einem Zusammenschluss für die geplante Bundestagsneuwahl im September grundsätzlich zugestimmt. (tso)

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