Linkspartei : Ernst lässt erneute Kandidatur offen

Linken-Chefin Lötzsch legt sich fest: "Ich trete wieder an" - Ko-Chef Ernst dagegen lässt seine Zukunft noch offen.

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Klaus Ernst und Gesine Lötzsch. Foto: dpa
Klaus Ernst und Gesine Lötzsch.Foto: dpa

Die umstrittene Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch will im Juni 2012 erneut für das Amt der Parteichefin kandidieren. „Ich trete beim nächsten Bundesparteitag als Parteivorsitzende wieder an. Damit will ich das Katz- und Mausspiel beenden“, erklärte Lötzsch. Mit ihrer Entscheidung wolle sie Klarheit für die Mitglieder schaffen, „die dieser Debatte überdrüssig sind“. Über Parteivorsitzende solle in Zukunft nicht mehr „in Hinterzimmern“ entschieden werden, sondern „auf der offenen Bühne des Parteitages“, sagte sie. Ihr Co-Vorsitzender Ernst hingegen will sich noch nicht auf eine erneute Kandidatur festlegen.

In Teilen der Linken werden Lötzsch und Ernst mitverantwortlich gemacht für das schlechte Abschneiden der Partei bei den letzten Landtagswahlen. Lötzsch forderte nun ihre Kritiker auf, anzuerkennen, dass die Linke auf dem Parteitag in Erfurt ihr Programm mit knapp 97 Prozent beschlossen habe. Das sei auch ein Verdienst von Ernst und ihr. Wer jetzt alte Debatten über die Parteispitze wieder aufwärme, schade der Partei.

Die Bundestagsfraktion beschloss am Dienstag, dass Gregor Gysi bis zum Ende der Wahlperiode alleiniger Vorsitzender bleiben soll. Ursprünglich wollten die Abgeordneten in zwei Wochen eine Co-Chefin an seine Seite wählen. Als Kandidatin wurde auch die linke Flügelfrau Sahra Wagenknecht gehandelt, die aber in Teilen der Fraktion stark umstritten ist. Sie soll nun eine von zwei ersten Stellvertreterinnen Gysis werden.

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