Linkspartei : Genossin tot im Hotelzimmer: Linke in Sachsen bricht Parteitag ab

Tragischer Todesfall bei der Linkspartei in Sachsen: Eine 22-jährige Genossin, die noch am Samstag den Landesparteitag in Chemnitz eröffnet hatte, wurde am Sonntagmorgen tot in ihrem Hotelzimmer aufgefunden.

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Ein trauriger Zwischenfall, der Tod einer Genossin, hat zum Abbruch eines Linken-Landesparteitags geführt.
Ein trauriger Zwischenfall, der Tod einer Genossin, hat zum Abbruch eines Linken-Landesparteitags geführt.Foto: dpa

Die Linke in Sachsen hat ihren Landesparteitag in Chemnitz am Sonntag nach dem Tod einer 22 Jahre alten Delegierten abgebrochen. Die Genossin aus Ostsachsen hatte das Treffen am Samstag als jüngste Delegierte eröffnet, dabei auch über ihre Zukunftspläne gesprochen. Am Sonntagmorgen wurde sie tot in ihrem Hotelzimmer gefunden, wie Parteisprecher Rico Schubert berichtete. Sie erlag offenbar einem epileptischen Anfall, wie es in Parteikreisen hieß.

Aus Respekt sei der Parteitag abgebrochen worden, erklärte der Landesvorsitzende Rico Gebhardt. Unter den knapp 200 Delegierten herrschte Betroffenheit, als Gebhardt die traurige und nach seinen Worten "völlig überraschende" Nachricht verkündete. Die geplante Verabschiedung bildungspolitischer Leitlinien fiel aus. Die Polizei bestätigte den Todesfall, machte aber keine weiteren Angaben.

Die 22-Jährige gehörte zum Führungskreis der Linksjugend Sachsen. Sie wurde in Bautzen geboren und wuchs in der Nähe von Radibor, einem kleinen sorbischen Dorf auf. Nebenbei machte sie unter ihrem Künstlernamen "LMJ" auch noch Musik - schrieb eigene Texte und vertonte sie mit Hilfe von Gesang und Gitarre. In ihrem Selbstporträt auf der Homepage der Linksjugend schrieb sie: "Ansonsten versuche ich einfach, mir das Leben in diesem Land irgendwie angenehm zu gestalten."

In einer früheren Version dieses Textes hatte es irrtümlich geheißen, die Tote sei 20 Jahre alt geworden. Wir bitten um Entschuldigung.

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