Linkspartei : Gysi rüffelt Geheimnistuerei der Kommunistischen Plattform

Die Kommunistische Plattform in der Linkspartei weigert sich, Auskünfte über die Zusammensetzung ihrer Führungsgremien zu geben. Fraktionschef Gregor Gysi kritisiert diese Praxis jetzt als "unmöglich".

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Sahra Wagenknecht
Sahra WagenknechtFoto: dpa

Linksfraktionschef Gregor Gysi hat die Kommunistische Plattform (KPF) in seiner Partei angegriffen, weil sie sich verweigert, Auskünfte über ihr Spitzenpersonal zu geben. Er finde das „unmöglich“, sagte Gysi am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Er forderte von dem innerparteilichen Zusammenschluss, die Zusammensetzung der Spitzengremien bekannt zu geben. Wer sich der KPF anschließe und dort eine Führungsposition übernehme, müsse auch dazu stehen. Unter anderem mit Hinweis auf die Positionen der KPF ist die Linkspartei seit Jahren im Visier des Verfassungsschutzes. Nach dessen Informationen hat die KPF mehr als 1200 Mitglieder, Tendenz steigend. Gysi gab zu, er wisse selbst nicht genau, wie viele Mitglieder die KPF habe. Die Gruppierung lehnt es ab, die personelle Zusammensetzung ihres Bundessprecherrates und ihres Bundeskoordinierungsrates zu veröffentlichen. Personenbezogene Daten würden weder auf Bundes- noch auf Landesebene weitergegeben, sagte KPF-Aktivist Thomas Hecker zur Begründung. Lange Jahre war Sahra Wagenknecht die Wortführerin der Gruppe. Sie lässt ihre Mitgliedschaft in der KPF aber ruhen, seit sie 2010 zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt worden ist. Inzwischen ist die Lebensgefährtin von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine auch zur stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion gewählt worden.

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