Politik : Linkspartei verliert Mitglieder

Matthias Meisner

Berlin - Die Linkspartei/PDS kann die vor allem durch Sterbefälle verursachten Mitgliederverluste nach wie vor nicht durch Neueintritte wettmachen. Nach einer von Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch vorgelegten vorläufigen Statistik sank die Zahl der Parteimitglieder im vergangenen Jahr um rund 1000 auf nun 60 300. Nach wie vor sind fast zwei Drittel der PDS-Mitglieder älter als 65 Jahre.

Während die Partei in allen westdeutschen Bundesländern an Mitgliedern zulegen konnte, ist die Zahl der registrierten Genossen in Berlin und den ostdeutschen Ländern rückläufig, nur in Sachsen-Anhalt ist sie fast gleich geblieben. Unter den rund 2900 Neueintritten erfolgten die meisten (510) in Nordrhein- Westfalen. Gemessen an der Einwohnerzahl schnitt am besten das Saarland mit 300 Neueintritten ab, womit sich die Zahl der Mitglieder dort fast verdoppelte – Bartsch führte das auf das Ansehen von Oskar Lafontaine in dessen Heimatland zurück.

Der deutliche Rückgang der PDS-Mitgliederzahlen indes scheint aufgehalten. 1991, im ersten Jahr nach der Wiedervereinigung, gab es noch fast 173 000 eingeschriebene Mitglieder. 2005, als Gregor Gysi und Oskar Lafontaine das Linksbündnis zur Bundestagswahl aus der Taufe hoben, war die Mitgliederzahl der Partei erstmals fast konstant geblieben.

Wenn sich die Linkspartei/PDS wie geplant im Juni mit der WASG vereinigt, werden nur noch SPD und CDU mehr Mitglieder als „Die Linke“ haben. Allerdings wird sich auch der Frauenanteil vermindern, der mit rund 45 Prozent so hoch ist wie bei keiner anderen Partei. In der WASG, die 11 500 Mitglieder meldet, ist nicht einmal jedes vierte Mitglied weiblich. Doppelmitglieder und Gegner abgezogen, will das Bündnis mit 70 000 Mitgliedern starten.

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