Politik : Litwinenko recherchierte wegen Jukos

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London - Vor seiner Vergiftung mit radioaktivem Polonium hat der russische Ex-Spion Alexander Litwinenko einem Pressebericht zufolge Hinweise auf die systematische Verfolgung von Mitarbeitern des Ölkonzerns Jukos durch die russische Regierung gesammelt. „The Times“ berichtet, Litwinenko habe „alarmierende“ Beweise über den Umgang mit Jukos-Mitarbeitern gesammelt, die sich gegen die Zerschlagung des Konzerns gewandt hatten – viele gälten heute als vermisst oder seien unter ungeklärten Umständen verstorben. Andere landeten, wie Jukos-Gründer und Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski, im Gefängnis.

Die britische Polizei ist nach Angaben von Innenminister John Reid bei den Ermittlungen zu Litwinenkos Tod auf weitere Spuren von Radioaktivität an mehreren Orten in London gestoßen. Anlass zur Unruhe gebe es aber nicht.

Nach einem Bericht der russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ vom Montag wurden jetzt zwei ihrer Journalisten mit dem Tod bedroht. Diese hatten im Fall ihrer ermordeten Kollegin Anna Politkowskaja recherchiert. Politkowskaja, Kritikerin der Tschetschenien-Politik, war im Oktober in Moskau erschossen worden. AFP/mth

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