Die Zeit drängt. Alle Parteien wollen sich bei der Suche nach einem Nachfolger an einen Tisch setzen.

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Live-Blog am Tag des Rücktritts : Thomas de Maizière sagt ab - Gauck schweigt
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15:15: Möglicher Termin für das Zusammenkommen der Bundesversammlung ist Sonntag, der 18. März. Das wäre auch der spätestmögliche Termin, weil die Bundesversammlung 30 Tage nach dem Rücktritt eines Bundespräsidenten ein neues Staatsoberhaupt wählen muss.

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Umfrage zum Rücktritt von Christian Wulff
Umfrage zum Rücktritt von Christian Wulff

15:00: Aus Koalitionskreisen ist zu hören, dass es am Samstagmorgen um 9:30 Uhr ein Treffen der Koalitionsspitzen im Kanzleramt geben soll. Daran sollen die Parteichefs Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Philipp Rösler (FDP) und auch die Fraktionschefs Volker Kauder (CDU), Gerda Hasselfeldt (CSU) und Rainer Brüderle (FDP) teilnehmen.

14:15: Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff, ob sie sofort mit ihren strafrechtlichen Ermittlungen beginnen kann. "Wir prüfen, wann bei einer Rücktrittserklärung der vorliegenden Art die Immunität des Präsidenten aufgehoben ist", sagte am Freitagmittag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Hans-Jürgen Lendeckel.

13:43: Christian Wulff ist nach seinem Auftritt im Schloss Bellevue wieder zuhause eingetroffen - nicht in Großburgwedel, aber in seinem Haus in Berlin-Schmargendorf.

13:38: Bundespräsident Christian Wulff hat nach Einschätzung des Berliner Bürgermeisters Frank Henkel (CDU) eine „persönlich schwierige, aber richtige Entscheidung“ getroffen. „Der zunehmende Druck auf das Amt hat diesen Schritt unabwendbar gemacht“, sagte Henkel am Freitag der Nachrichtenagentur dapd.

Die Causa Wulff
Christian Wulff sorgt auch nach seinem Rücktritt immer wieder für Schlagzeilen: zum Beispiel wenn es um sein Ehrensold oder das Büro mit Mitarbeitern geht.Weitere Bilder anzeigen
1 von 95Foto: dpa
04.03.2012 21:00Christian Wulff sorgt auch nach seinem Rücktritt immer wieder für Schlagzeilen: zum Beispiel wenn es um sein Ehrensold oder das...

13:20: FDP-Chef Philipp Rösler zollt Christian Wulff Respekt. Wulff ziehe mit seinem Rücktritt die notwendigen Konsequenzen aus dieser "schwierigen Situation", sagte Rösler am Freitag in Stuttgart. So könne weiterer Schaden vom höchsten Staatsamt ferngehalten werden. "Wir danken Christian Wulff für seine Arbeit als Bundespräsident", sagte der Wirtschaftsminister. Rösler kündigte an, die Koalitionsparteien würden sich "umgehend zusammensetzen", um einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge Wulffs zu finden. "Danach werden wir auf die anderen Parteien zugehen", sagte der FDP-Chef.

13:07: Jetzt kommen auch die Karnevalisten in Hektik. Sie müssen ihre Motivwagen zur Wulff-Affäre umbauen. Auch die Redner auf der Fastnachts-Fernsehsitzung in Mainz am Freitagabend mussten kurzfristig umplanen.

12:45:Der Vorsitzende des Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, wertet den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wullf als "wichtigen Schritt zum Schutz seines hohen Amtes und seiner Person". Er zolle diesem Schritt Respekt, sagte der Freiburger Erzbischof am Freitag. Zugleich dankte er Wulff für seinen "vielfältigen Einsatz zum Wohl unseres Landes und für wertvolle Impulse, die er gegeben hat".

12:29: Auch Philipp Rösler, der FDP-Chef und Vize-Kanzler, will sich äußern. Aber nach der Erklärung von Angela Merkel zum Rücktritt Wulffs (hier im Wortlaut) ist klar, dass der Nachfolger wohl nicht zwischen Union und FDP ausgehandelt wird, sondern eher zwischen Union und SPD. Auch das ein Zeichen dafür, dass pro forma die schwarz-gelbe Koalition noch steht, die Zeichen in dieser Stunde aber auf einer informellen großen Koalition stehen - zumindest was die Suche nach einem Wulff-Nachfolger angeht.

12:20: Die Sozialdemokraten nehmen das Gesprächsangebot von Angela Merkel für einen gemeinsamen Kandidaten für die Wulff-Nachfolge an. "Ich begrüße das Angebot von Bundeskanzlerin Angela Merkel, einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu finden", sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Freitag in Berlin.

12:14: CSU-Chef Horst Seehofer hat dem zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff "ungeteilten Respekt" gezollt. "Mit diesem Schritt rückt Christian Wulff die Würde und die Bedeutung des höchsten Staatsamtes an die erste Stelle", erklärte Seehofer nach dem Rücktritt Wulffs. "Niemand hat sich diesen bedauerlichen Gang der Dinge gewünscht. Aber alle sind jetzt dazu aufgerufen, dieser Situation gerecht zu werden und mit Achtung vor dem Amt des Bundespräsidenten zu handeln." Seehofer ist als derzeitiger Bundesratspräsident nun auch kommissarisches Staatsoberhaupt. "Diese Aufgaben werde ich jetzt bis zur Wahl eines neuen Bundespräsidenten mit Respekt und Achtung wahrnehmen", ließ Seehofer über einen Sprecher der Staatskanzlei mitteilen.

12:00: Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki liebäugelt mit Joachim Gauck als Wulff-Nachfolger. "Für Christian Wulff als Person gilt auch weiterhin die Unschuldsvermutung. Als Bundespräsident war sein Rücktritt allerdings lange überfällig. Die Bundesversammlung muss nun innerhalb von 30 Tagen neu wählen und eine geeignete Kandidatin bzw. einen geeigneten Kandidaten finden. Ich erinnere daran, dass es mit Joachim Gauck einen solchen Kandidaten mit einer breiten Mehrheit auch innerhalb der Koalition gab", sagte er dem Tagesspiegel.

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