• Liveticker zum Terror in Europa: Anführer der Terrorzelle in Hannover soll laut "HAZ" deutschen Pass besitzen

Liveticker zum Terror in Europa : Anführer der Terrorzelle in Hannover soll laut "HAZ" deutschen Pass besitzen

Laut der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) soll in der Stadt eine fünfköpfige Terrorzelle Anschläge geplant haben. Ihr Anführer habe einen deutschen Pass. Lesen Sie die Entwicklungen des Donnerstags im Liveticker nach.

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Laut der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" soll in der Stadt eine fünfköpfige Terrorzelle Anschläge geplant haben. Ihr Anführer habe einen deutschen Pass.
Laut der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" soll in der Stadt eine fünfköpfige Terrorzelle Anschläge geplant haben. Ihr Anführer...Foto: dpa

Texte, Bilder und Videos zum Terror in Paris finden Sie hier auf unserer Themenseite. Den Liveticker vom Mittwoch können Sie hier nachlesen, den vom Dienstag hier und den vom Montag hier.

0:04 Uhr - Gute Nacht: Der Spätdienst verabschiedet sich. Wir sind Freitagfrüh wieder für Sie da.

0:01 Uhr - Easyjet Flugzeug nach Bombendrohung in Manchester evakuiert: Nach einer Bombendrohung eines Passagiers ist im britischen Manchester am Donnerstag ein Flugzeug der Gesellschaft Easyjet evakuiert worden. Nach Polizeiangaben wurden zwei Männer festgenommen. Sämtliche Passagiere wurden erneut einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen, bevor die Maschine mit mehrstündiger Verspätung ins marokkanische Marrakesch startete. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben zu dem Flugzeug gerufen, weil ein Passagier behauptete, eine Bombe in seinem Gepäck zu haben. Zwei Männer im Alter von 45 und 46 Jahren seien wegen des Vorfalls festgenommen worden. Ein Sprengsatz wurde nach Polizeiangaben allerdings nicht gefunden. Der Flughafenbetreiber nannte die Evakuierung eine "Vorsichtsmaßnahme".

0:00 Uhr - U-Bahnhof Baker Street in London evakuiert: In der Hauptstadt London wurde nach Polizeiangaben wegen Sicherheitsbedenken der U-Bahnhof Baker Street gesperrt. Demnach wurde in der Nähe ein "verdächtiges Fahrzeug" gesichtet. An diesem sei eine "kontrollierte Explosion" erfolgt, ein krimineller Hintergrund sei aber nicht festgestellt worden. Der Bahnhof wurde geräumt - Züge passierten ihn zwar, hielten aber nicht mehr an.

23:46 Uhr - Hasna Ait Boulahcen sprengte sich in Saint-Denis in die Luft: Hasna Ait Boulahcen war der Name der Frau, die bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis einen Sprengstoffgürtel zündete. Das berichtet CNN. Sie war wohl die Cousine des Drahtziehers der Anschläge Abdelhamid Abaaoud.

22:43 Uhr - Homeland Security warnte im Mai vor Abdelhamid Abaaoud: Homeland Security, das US-Ministerium für Heimatschutz, hat im Mai in einem Bericht vor dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris gewarnt. Der achtseitige, nicht vertraulich gestempelte Bericht analysiert die Folgen aus einem im Januar im belgischen Verviers vereitelten Anschlag. Überschrift: „Künftige IS-Operationen im Westen könnten dem unterbundenen belgischen Plot ähneln“. Er entstand in Zusammenarbeit mit dem FBI und dem nationalen Anti-Terror-Zentrum. Bild.de zitierte am Donnerstag aus dem Bericht. Zuvor hatten Fox, CNN und die „Daily Mail“ darüber berichtet. Im Januar erschossen Sondereinsatzkräfte im belgischen Verviers zwei mutmaßliche Dschihadisten. Abaaoud sei Kopf dieser Zelle gewesen, heißt es in dem Bericht. Er habe sie von Athen aus gesteuert und sich frei durch Europa bewegt. Wörtlich schreibt Homeland Security, zwar habe die Gruppe von Verviers wohl Anschläge in Belgien geplant. Bei den Ermittlungen über ihre Aktivitäten seien aber mehrere europäische Länder aufgetaucht, darunter Griechenland, Spanien, die Niederlande - und Frankreich.  Der 28 Jahre alte Abaaoud war am Mittwoch bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Er gilt als Drahtzieher der Pariser Anschläge, bei denen 129 Menschen getötet wurden.

21:40 Uhr - Täter, die Bombenanschlag in Hannover planten, soll deutschen Pass gehabt haben: Der Anführer der angeblich fünfköpfigen Gruppe von Attentätern, die einen Anschlag auf das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden geplant haben soll, ist einem Bericht zufolge im Besitz eines deutschen Passes. Unter Berufung auf Angaben des französischen Geheimdiensts berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" vom Freitag zudem, die Gruppe habe insgesamt fünf Sprengstoffanschläge geplant. Demnach sollten drei Bomben in einem Fahrzeug mit Zufahrtsberechtigung oder durch ein Mitglied der Gruppe mit Eintrittskarte ins Stadion gebracht werden und dort detonieren. Einen weiteren Sprengsatz wollten die Terroristen dem Bericht zufolge an einer Bushaltestelle platzieren. Sieben Stunden später hätte die einzige Frau aus der Gruppe einen Sprengsatz an einem nicht näher spezifizierten Bahnhof zünden sollen. Dabei sollte es sich den Angaben zufolge nicht um einen Selbstmordanschlag handeln. Die Frau sollte demnach mit einem Zug zu dem Bahnhof fahren, dort aussteigen, die Bombe deponieren und mit einem anderen Zug den Tatort wieder verlassen. Die Information sei etwa zwei Stunden vor Anpfiff am Dienstagabend bei den deutschen Behörden eingegangen. Eine halbe Stunde später wurde das Freundschaftsspiel gegen die Niederlande abgesagt.

22:26 Uhr - Salman Rushdie: "Ich fühle Stolz für die Menschen in Paris": Der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie (68) bewundert die Menschen in Paris für ihren Umgang mit dem Terror. „Ich fühle Stolz für die Menschen in Paris“, sagte er am Donnerstagabend beim Literaturfest München. Auch nach den verheerenden Anschlägen vor einer Woche hielten sie an ihrem freien Lebensstil fest. „Sie verstecken sich nicht zu Hause, sie gehen weiter aus“, sagte Rushdie. Das sei sehr beeindruckend. Der indischstämmige Autor Rushdie war im Iran vor 26 Jahren in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Radikale Muslime hatten sein Buch „Die Satanischen Verse“ als gotteslästerlich empfunden. Diese „Fatwa“ genannte Todesdrohung wurde bis heute nicht offiziell aufgehoben. Der Autor lebte jahrelang im Untergrund.

Die Frau, die sich bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis nördlich von Paris in die Luft sprengte, war die Cousine von Abdelhamid Abaaoud
Die Frau, die sich bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis nördlich von Paris in die Luft sprengte, war die Cousine von Abdelhamid...Foto: dpa

20:50 Uhr - Die Frau, die sich in Saint-Denis in die Luft sprengte, war die Cousine von Abdelhamid Abaaoud: Bei der während eines Polizeieinsatzes in dem Pariser Vorort Saint-Denis getöteten Frau handelt es sich offenbar die Cousine des belgischen Islamisten Abdelhamid Abaaoud. Das verlautete am Donnerstag aus Ermittlerkreisen in Paris. Die 26-Jährige hatte am Mittwoch einen Sprengstoffgürtel gezündet, als Sondereinheiten eine Wohnung in Saint-Denis stürmten. Bei dem Einsatz wurde auch Abaaoud getötet, der als einer der Drahtzieher der Anschläge von Paris gilt. Am Donnerstag fand im Haus der Mutter der 26-Jährigen in der nordöstlich von Paris gelegenen Stadt Aulnay-sous-Bois eine Razzia statt. Die gesamte Nachbarschaft sei abgesperrt worden, sagte ein Anwohner. Das Haus ihres Vaters in der ostfranzösischen Gemeinde Creutzwald war nach Angaben aus Ermittlerkreisen bereits am Mittwochabend durchsucht worden. Laut Aussage ihres Bruder hatte sich die junge Frau im vergangenen halben Jahr radikalisiert und angefangen, einen Ganzkörperschleier zu tragen. Vor drei Wochen sei sie in den Pariser Vorort Drancy gezogen. Dort lebte auch der frühere Busfahrer Samy Amimour, der am vergangenen Freitag mit zwei weiteren Angreifern 89 Menschen in der Pariser Konzerthalle Bataclan tötete. Der 28-jährige Abaaoud gehörte der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) an, die sich zu den Attentaten mit insgesamt 129 Toten in Paris bekannt hatte. Frankreichs Premierminister Manuel Valls bezeichnete ihn als "einen der Drahtzieher" der Anschläge. Nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve war der Islamist zudem in vier der sechs seit dem Frühjahr in Frankreich vereitelten Attentate verwickelt.

20:24 Uhr - Update zum neuen Flüchtlings-Gesetzesentwurf in den USA: Knapp eine Woche nach den Terrorattacken von Paris hat das US-Abgeordnetenhaus dafür gestimmt, Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak nur nach verschärften Kontrollen ins Land zu lassen. Die von Republikanern beherrschte Parlamentskammer votierte am Donnerstag mit 289 zu 137 Stimmen für ein entsprechendes Gesetzesvorhaben. Die Stimmen reichen aus, um das von Präsident Barack Obama angedrohte Veto gegen das Gesetz zu übergehen. Der Senat muss dem Vorhaben noch zustimmen. Obama will bis Herbst 2016 etwa 10.000 syrische Flüchtlinge ins Land lassen. Tritt das Gesetz in Kraft, dürfen sie erst aufgenommen werden, wenn FBI, Heimatschutzministerium und Geheimdienstdirektor belegen, dass sie keine Gefahr für die Sicherheit der USA darstellen. „Im Moment kann die Regierung diese Standards nicht bescheinigen“, sagte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Von den weltweit geschätzt 19 Millionen Flüchtlingen wollen die USA nach Angaben von Leon Rodriguez, Direktor der Einwanderungsbehörde USCIS, kommendes Jahr etwa 85 000 Flüchtlinge aufnehmen. Syrer würden das „strengste Verfahren in der Geschichte der Überprüfung von Flüchtlingen“ durchlaufen, sagte Rodriguez. Hunderte seien wegen zweifelhafter Angaben vorerst nicht ins Land gelassen worden. Mindestens 30 der 50 US-Bundesstaaten hatten sich zuvor bereits gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien ausgesprochen. Die Staaten haben nicht die Befugnis, die Aufnahme von Flüchtlingen zu verhindern, können den Prozess aber deutlich erschweren.

Frankreich will den IS noch intensiver angreifen als bisher. Präsident François Hollande möchte die Luftangriffe ausweiten.
Frankreich will den IS noch intensiver angreifen als bisher. Präsident François Hollande möchte die Luftangriffe ausweiten.Foto: dpa

20:08 Uhr - Frankreich will Angriffe auf IS ausweiten: Frankreichs Präsident François Hollande will die Luftschläge gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und dem Irak ausweiten. Die Anweisungen für die Intensivierung der laufenden Militäraktionen habe der Staatschef bei einer Sitzung des Sicherheitskabinetts gegeben, teilte der Élyséepalast in Paris am Donnerstag mit. Frankreichs Luftwaffe beteiligt sich seit mehr als einem Jahr an Luftschlägen einer US-geführten Koalition gegen den IS im Irak, seit Oktober fliegen französische Flugzeuge auch Angriffe auf syrischem Gebiet. Nach den Terroranschlägen vom vergangenen Freitag hatte Paris die Luftangriffe in Syrien bereits verstärkt. Nach Angaben eines Armee-Sprechers vom Donnerstag wurden seitdem bei drei Angriffen 35 Ziele zerstört. Am Mittwoch war Frankreichs Flugzeugträger Charles de Gaulle wie bereits vor den Anschlägen angekündigt ins östliche Mittelmeer aufgebrochen, um in den Kampf gegen den IS einzugreifen.

20 Uhr - US-Repräsentantenhaus verabschiedet Gesetzesentwurf für höhere Barrieren für Flüchtlinge: Das Repräsentantenhaus des US-Kongresses hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der die Einwanderungskriterien für Syrer und Iraker erhöht. Der Entwurf kam von den Republikanern. Präsident Barack Obama hatte mit einem Veto gedroht.

19:57 Uhr - Abdelhamid Abaaoud war mindestens zwei Mal in Deutschland: Der Drahtzieher der Terroranschläge von Paris, der Belgier Abdelhamid Abaaoud, war mindestens zwei Mal in Deutschland, heißt es aus Sicherheitskreisen. Am 20. Januar flog er vom Flughafen Köln-Bonn nach Istanbul. Auch 2008 soll er sich schon in der selben Gegend aufgehalten haben. Ob es eine Verbindung zur Bonner Salafistenszene gibt sei noch unklar. Sie gilt als besonders gefährlich. Mehr zur Situation in Frankreich, den Hintergründen des Anschlags und den Maßnahmen gegen Hassprediger lesen Sie hier!

Abdelhamid Abaaoud auf dem Bild, das seit den Anschlägen von ihm kursiert.
Abdelhamid Abaaoud auf dem Bild, das seit den Anschlägen von ihm kursiert.Foto: dpa

19:15 Uhr - Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen beim Spiel Hamburg gegen Dortmund: Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen eröffnen der Hamburger SV und Borussia Dortmund am Freitagabend (20.30 Uhr) den 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Nach dem Terror vor einer Woche in Paris und der Länderspielabsage am Dienstag in Hannover soll es im Volksparkstadion verstärkte Einlasskontrollen, deutlich mehr Ordner und zwei Gedenkminuten geben. Vor der Partie wird der Opfer der Anschläge in der französischen Hauptstadt und des gestorbenen Altkanzlers Helmut Schmidt gedacht. HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer appellierte an die Fans, keinerlei Knaller oder Böller ins Stadion mitzubringen. Das wäre nach seinen Worten „ein falsches Zeichen und könnte Panik bereiten.

17:30 Uhr - Schweden verschärft Sicherheitsgesetze: Nach den Anschlägen von Paris verschärft Schweden seine Sicherheitsgesetze. "Schweden war auf diesem Gebiet wahrscheinlich naiv", sagte Ministerpräsident Stefan Löfven am Donnerstag in Stockholm. Es sei für viele Schweden "schwer zu akzeptieren, dass in unserer offenen Gesellschaft Menschen leben, schwedische Staatsbürger, die mit Mördern" und der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sympathisierten.

Löfven kündigte nun ein Gesetzespaket an, um Anschlagspläne künftig besser aufdecken zu können. Dazu sollen Geheimdienste und Justizbehörden neue Befugnisse bekommen, um Internetkommunikation über Kanäle wie Skype oder Viber abhören zu können.

17:13 Uhr - Obama und Hollande wollen IS vernichten: US-Präsident Barack Obama und Frankreichs Präsident Francois Hollande beraten über die jüngsten Ermittlungsergebnisse. In einem Telefonat hätten beide zudem die Entschlossenheit bekräftigt, den IS zu vernichten, teilt das US-Präsidialamt mit.

17:02 Uhr - Mehrere Festnahmen in Belgien: Bei den neuen Razzien in Brüssel sind am Donnerstag neun Verdächtige festgenommen worden. Sieben der Festgenommenen seien im Zusammenhang mit dem Pariser Selbstmordattentäter Bilal Hadfi festgenommen worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit. Die anderen beiden Festnahmen stünden in einem weiteren Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen vom Freitag vergangener Woche.

16:53 Uhr - Moschee sagt Anti-Terror-Kundgebung ab: Die muslimische Gemeinde in Paris hat ihre für Freitag geplante Kundgebung gegen den Terror aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgesagt. Die unerlässlichen Bedingungen für die Sicherheit der Veranstaltung seien nicht erfüllt, erklärte die Große Moschee am Donnerstag laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP. Der Entscheidung seien Gespräche mit der Polizei vorausgegangen.

Die Kundgebung zur Zeit des Freitagsgebets sollte unter dem Motto stehen „Wir alle sind Paris“ und sich auch gegen eine Gleichsetzung von Islam und islamistischem Terrorismus wenden. An der Kundgebung wollte auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo teilnehmen.

16.51 Uhr - Buchungsrückgang bei Air France: Die französische Fluggesellschaft Air France verzeichnet Unternehmenskreisen zufolge nach den Anschlägen etwas weniger Buchungen. Es sei aber noch zu früh zu beurteilen, wie groß die Auswirkungen der Pariser Attentate seien.

16:22 Uhr - Grüne streiten über Militäraktion gegen Islamischen Staat (IS): Die Grünen streiten kurz vor ihrem Parteitag über eine mögliche militärische Hilfe Deutschlands zur Unterstützung Frankreichs. Parteichefin Simone Peter lehnt dies ab, in der Bundestagfraktion wird dagegen vor voreiligen Absagen gewarnt. „Wir stehen natürlich an der Seite unserer französischen Freunde. Aber Solidarität heißt nicht, dass wir Kriegseinsätze mitmachen“, sagte Peter der „Rheinischen Post“. „Wir setzen zuerst auf politische und nicht-militärische Lösungen auf der Ebene der Vereinten Nationen, im Syrien-Krieg und in allen anderen Konflikten“, fügte sie hinzu.

Der außenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Omid Nouripour, hielt dagegen. Es könne nicht etwas ausgeschlossen werden, bevor Frankreich formuliert habe, was es überhaupt wolle. „Zur europäischen Solidarität gehört mindestens, dass man sich die Anforderungen der Partner anhört, bevor man entscheidet“, sagte Nouripour der Deutschen Presse-Agentur.

16:14 Uhr - Cazeneuve mahnt engere Kooperation der EU-Staaten an: Die französische Regierung erwartet im Kampf gegen den Terrorismus eine engere Zusammenarbeit der EU-Staaten. "Jeder muss verstehen, dass es dringlich ist, dass Europa sich wieder fasst, sich organisiert, sich gegen die terroristische Bedrohung verteidigt", sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstag in Paris. "Die Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus ist von größter Bedeutung."

Cazeneuve äußerte sich nach der Bekanntgabe des Todes des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge von Paris. Der belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud war am Mittwoch bei einem Anti-Terror-Einsatz in der Pariser Vorstadt Saint-Denis getötet worden. Sein Leichnam wurde am Donnerstag formell identifiziert. Eigentlich war das 28-Jährige Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien vermutet worden. Wie er unerkannt nach Europa zurückkehren und nach Frankreich gelangen konnte, ist bislang unklar.

Frankreich habe vor den Anschlägen "keinerlei Information" von den Behörden anderer EU-Staaten über eine mögliche Durchreise des Mannes - und damit seiner Rückkehr nach Europa - erhalten, beklagte Cazeneuve. Erst am 16. November - drei Tage nach den Anschlägen - sei Frankreich von einem außereuropäischen Geheimdienst darüber informiert worden, dass sich Abaaoud zu einem Zeitpunkt in Griechenland aufgehalten habe.
15:48 Uhr - In der Slowakei sind seit den Terroranschlägen von Paris 20 Ausländer festgenommen worden: Bei vier von ihnen seien Terrorismusverbindungen nicht völlig auszuschließen, teilte der slowakische Innenminister Robert Kalinak am Donnerstag in Bratislava mit. Die Behörden des Landes hätten sofort nach den Anschlägen in Frankreich ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft, unter anderem auch, um mögliche Kontakte von Terroristen zu in der Slowakei lebenden Personen festzustellen.

Regierungschef Robert Fico hatte vor wenigen Tagen erklärt: „Wir überwachen jeden einzelnen Muslim, der sich auf dem Gebiet der Slowakei befindet.“ Damit hatte er für Empörung bei der kleinen islamischen Gemeinschaft des Landes gesorgt.

15:26 Uhr - Abaaoud möglicherweise in weitere Anschlagspläne verwickelt: Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve zufolge spielte Abdelhamid Abaaoud eine zentrale Rolle bei den Anschlägen in Paris. Er könnte zudem in den vereitelten Angriff auf den Thalys-Zug Ende August im belgisch-französischen Grenzgebiet und das geplante Attentat auf zwei Kirchen in Villejuif im Süden von Paris verwickelt gewesen sein.

Nach einem Bericht von "Spiegel Online" hat sich Abaaoud mehrfach in Deutschland aufgehalten. Die Bundespolizei habe ihn unter anderem am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln-Bonn kontrolliert, als er nach Istanbul habe fliegen wollen.

Eine Übersicht über den Anti-Terror-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis.
Eine Übersicht über den Anti-Terror-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis.Foto: AFP

15:15 Uhr - Meistgesuchter Islamist Belgiens: Der jetzt in Frankreich getötete Abdelhamid Abaaoud galt als meistgesuchter Islamist Belgiens und war nicht erst seit den Anschlägen von Paris mit insgesamt 129 Todesopfern im Visier der Sicherheitsbehörden. Gesucht wurde er seit einem vereitelten Terroranschlag auf Polizisten im ostbelgischen Verviers im vergangenen Januar. Zwischenzeitlich soll er für die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien gekämpft haben.

Premierminister Manuel Valls bezeichnete ihn außerdem als „eins der Gehirne der Anschläge“. „Wir wissen heute, dass Abaaoud, das Gehirn dieser Anschläge - eins der Gehirne, denn wir müssen besonders vorsichtig sein und kennen die Bedrohungen - sich unter den Toten befand“, sagte er in der Nationalversammlung.

14:49 Uhr - Im Kampf gegen den Terrorismus will die Europäische Union ihre EU-Außengrenzen wieder systematisch kontrollieren: Dies soll auch EU-Bürger betreffen, um Syrien-Kämpfer und potenzielle Dschihadisten mit europäischem Pass bei der Ein- und Ausreise aufzuspüren. Dies wollen die EU-Innen- und Justizminister bei ihrem Sondertreffen am Freitag in Brüssel beschließen. Alle Flüchtlinge sollen Fingerabdrücke abgeben. Personenkontrollen an den EU-Binnengrenzen sind aber nicht geplant.

Eine ausführliche Meldung mit weiteren Einzelheiten dazu lesen Sie hier.

14:37 Uhr - Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat praktisch die Rückeroberung der an Rebellen verlorenen Gebiete zur Voraussetzung für eine Beilegung der Syrienkrise erklärt: Auf die Frage nach einem Zeitplan zur Krisenlösung sagte Assad am Mittwochabend im italienischen Fernsehen (Rai-1): „Nichts wird beginnen, bevor der Terrorismus nicht besiegt ist. Nichts kann beginnen, solange ein großer Teil Syriens von Terroristen besetzt ist.“

Assad forderte von Paris eine Änderung der französischen Politik in Syrien und im Kampf gegen den Terrorismus. „Solange die französische Regierung den Terrorismus nicht ernsthaft bekämpft, solange werden wir keine Zeit verschwenden, mit einem Land, einer Regierung oder einer Institution zusammenzuarbeiten, die den Terrorismus unterstützen“, sagte Assad dem französischen Magazin „Valeurs Actuelles“, das am Donnerstag erschien. Er warf Frankreich in diesem Zusammenhang vor, Verbündete von Saudi-Arabien und Katar zu sein. Assad versicherte, er klebe nicht an der Macht. „Wenn die Syrer Präsidentenwahlen wollen, gibt es keine Rote Linie“, sagte er im italienischen Fernsehen. Die Wiener Syrienkonferenz habe allerdings nicht erklärt, dass es eine Präsidentenwahl geben solle, sondern dass der politische Prozess vom Willen der Syrer selbst abhänge. „Das Wichtigste ist jetzt, dass wir uns auch mit der Opposition zusammensetzen und als Syrer unsere Programme präsentieren“, sagte er. Über Präsidentenwahlen müsse es einen „Konsens der Syrer“ geben. Im übrigen schreibe die Verfassung des Landes vor, wann und wie ein Präsident abberufen oder berufen werde, sagte Assad dem französischen Magazin.

14:29 Uhr - Todesursache Abaaouds bislang ungeklärt: Es sei unklar, ob sich der mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Anschläge selbst in die Luft gesprengt hat oder nicht, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

14:15 Uhr - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat alle Muslime zu einer gemeinsamen Haltung gegen Terror im Namen des Islams aufgerufen: Dabei falle politischen Anführern, Wissenschaftlern und Geistlichen muslimischer Länder eine besondere Aufgabe zu, sagte Erdogan nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Istanbul. Zu den tödlichen Anschlägen in Paris sagte Erdogan: „Ich verfluche und verdamme diese Terroristen, die aus der Religion hervorgehen, der auch ich angehöre und die ich verehre.“ Terroristen könnten auch aus anderen Religionen hervorgehen, betonte er.

14:03 Uhr - Körperscanner in Fußballstadien? Sicherheitsexperte Heinz Palme sieht die Fußballstadien auch nach dem Massaker in Paris und der Terrorwarnung von Hannover als „gut gesichert“ an. „Sicher wird es Nachbesserungen geben. Aber die Grundstruktur passt. Es ist jetzt etwas passiert - aber es wird weitergehen. Man wird nun sehr wachsam sein, als Zuschauer, als Organisator“, sagte Palme in einem Interview des „Münchner Merkur“. „Aber ich würde das noch nicht als dramatische Veränderung sehen. Man darf das jetzt nicht überziehen. Die Angst darf nicht im Vordergrund stehen.“

Palme war General-Koordinator der Fußball-WM 2006 in Deutschland und wurde danach auch für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz engagiert. Mittlerweile arbeitet er für das „International Centre for Sport Security“, das seinen Sitz in Doha hat.

Clemens Tönnies, Aufsichtsratschef von Schalke 04, fordert indes Körperscanner an den Eingängen zu Fußballstadien. In Wolfsburg sollen am Samstag beim Spiel gegen Bremen Polizisten mit Maschinenpistolen patrouillieren.

13:55 Uhr - Der Tod des Drahtziehers Abdelhamid Abaaoud ist durch Fingerabdrücke bestätigt worden: Das erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft. "Es war die Leiche, die wir in dem Gebäude gefunden haben", hieß es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Sie sei von Kugeln durchsiebt gewesen. Bei dem Einsatz gab es ein weiteres Todesopfer. Es handelt sich offenbar um eine Frau, die sich selbst in die Luft sprengte. Eine endgültige Bestätigung dafür gab es aber noch nicht.

13:46 Uhr - Ein Erfolg der Sicherheitsbehörden: Nach der Gewissheit, dass der Drahtzieher der Anschläghe von Paris, Abdelhamid Abaaoud, tot ist, wird deutlich, wie effektiv die französischen Sicherheitsbehörden gehandelt haben. Das gilt offensichtlich für die schnelle Auswertung von Informationen wie für den gezielten und erfolgreichen Zugriff am Mittwoch in Saint-Denis.

13:38 Uhr - Der Drahtzieher des Terrors in Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist tot: Das bestätigte der Staatsanwalt von Paris. Demnach wurde Abaaoud bei der Razzia am Mittwoch in Saint-Denis getötet. Ein in der gestürmten Wohnung gefundener Leichnam sei als der des belgischen Islamisten Abdelhamid Abaaoud identifiziert worden. Sondereinheiten hatten am Mittwoch eine verdächtige Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis gestürmt, in der Abaaoud vermutet wurde. Ob einer der Toten Abaaoud sei, konnte erst durch die Obduktion geklärt werden. Am Mittwochabend hatte die "Washington Post" unter Berufung auf europäische Geheimdienste berichtet, dass Abaaoud unter den Toten sei. Das wurde aber von den Behörden abends nicht bestätigt. Der Staatsanwalt von Paris hatte am Mittwochabend lediglich gesagt, er sei nicht unter den Festgenommenen. Die Toten seien noch nicht identifiziert. Das ist jetzt geschehen und der befund ist klar: Abaaoud ist tot.

13:08 Uhr - Schärfere Passkontrollen am Schengenraum? Die EU-Innenminister wollen am Freitag beschließen, die Passkontrollen an den Außengrenzen des Schengen-Gebietes zu verschärfen. Das geht aus dem Entwurf des Abschlussdokuments ihrer Ratstagung hervor. Damit sollen "systematische und koordinierte Überprüfungen" durchgesetzt werden. Die Kontrollen an den Binnengrenzen jener Staaten, die das Schengen-Abkommen unterzeichnet und das Grenzregime umgesetzt haben, wurden abgeschafft.

Derzeit werden die Pässe an den Außengrenzen des Schengenraumes einer Sichtkontrolle unterzogen. Künftig sollen sie auch mit den Datenbanken von Polizei und anderen Sicherheitsbehörden abgeglichen werden. Am Schengener Grenzregime beteiligen sich fast alle Mitglieder der Europäischen Union (EU), außer Großbritannien, Irland, Kroatien, Zypern, Rumänien und Bulgarien. Außerdem gehören dazu die Schweiz, Norwegen und Island.

Ein Vorschlag über eine "Mini-Schengenzone" innerhalb des bestehenden passfreien Raumes liege der EU-Kommission derzeit nicht vor, sagte eine EU-Sprecherin. Sie reagierte damit auf Berichte, dass die Niederlande eine solche Idee ins Gespräch gebracht hätten.

Eine Übersicht über die Staaten, die am Schengen-Abkommen beteiligt sind.
Eine Übersicht über die Staaten, die am Schengen-Abkommen beteiligt sind.Foto: AFP

13:01 Uhr - Frankreichs Nationalversammlung verlängert Ausnahmezustand: Die französische Nationalversammlung hat für eine Verlängerung des nach den Anschlägen von Paris verhängten Ausnahmezustands gestimmt. Die Abgeordneten votierten am Donnerstag für einen Gesetzesartikel, der den Ausnahmezustand um drei Monate verlängert. Das gesamte Gesetz, das auch eine Verschärfung des Ausnahmezustands vorsieht, soll die Nationalversammlung noch am Donnerstag passieren; der Senat muss dann am Freitag zustimmen.

12:53 Uhr - BKA-Chef für mehr Prävention: Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, will die Präventionsarbeit gegen islamistischen Terror verstärken. In Deutschland stehe ein „Kampf um die Köpfe“ sich radikalisierender junger Menschen an, sagte er am Donnerstag auf der BKA-Herbsttagung im Kurfürstlichen Schloss Mainz. Der BKA-Chef beklagte vor Journalisten ein Forschungsdefizit zu den Ursachen für die Radikalisierung und forderte eine bessere Qualitätskontrolle für bereits bestehende Präventionsmaßnahmen.

Bereits am Mittwochabend hatte der französische Extremismus-Forscher Olivier Roy einer Vielzahl gängiger Klischees über Anhänger dschihadistischer Terrorgruppen widersprochen. In seinem Gastvortrag erklärte er, es sei „unsinnig“, im Kampf gegen Islamisten einen moderaten Islam zu fördern. Die Radikalisierung sei kein langfristiger Prozess, sondern eine „plötzliche Hinwendung zur Gewalt“. So sei kaum ein Terrorkämpfer zuvor Mitglied einer Moscheegemeinde gewesen.

Nichtextremistische Muslime würden als Verräter gesehen und hätten daher auch keinen Einfluss auf eine Mäßigung der Radikalen, sagte Roy, der am Europäischen Hochschulinstitut im italienischen Fiesole lehrt. Zu der zweitägigen BKA-Herbsttagung waren am Mittwoch mehrere Hundert Sicherheitsexperten nach Mainz gekommen. Schwerpunktthema war in diesem Jahr der islamistische Terror.

Im belgischen Molenbeek sucht die Polizei weiter nach möglichen Hintermännern der Anschläge von Paris.
Im belgischen Molenbeek sucht die Polizei weiter nach möglichen Hintermännern der Anschläge von Paris.Foto: dpa

12:48 Uhr - Nähere Informationen zu Razzien in Brüssel: Nach Informationen der belgischen Nachrichtenagentur Belga gab es seit dem frühen Donnerstagmorgen sieben Durchsuchungen, die sich vor allem gegen Freunde und Familienangehörige von Bilal Hadfi richteten, einem der Selbstmordattentäter von Paris. Einen direkten Zusammenhang mit den Anschlägen mit 129 Todesopfern gibt es laut Staatsanwaltschaft aber nicht. Die Untersuchung habe schon vorher begonnen.
Als Reaktion auf die Attentate treibt Frankreich die Verschärfung seiner Sicherheitsgesetze voran. In Paris beriet die Nationalversammlung am Donnerstag unter anderem darüber, den nach den Attentaten verhängten Ausnahmezustand über den 26. November hinaus um drei Monate zu verlängern. Außerdem soll es künftig mehr Sicherheitskräfte im Land geben. Verdächtige, von denen einen ernsthafte Gefahr ausgehen könnte, sollen leichter unter Hausarrest gestellt werden können.
12:12 Uhr - Journalistenverband kritisiert Innenminister: Die Bemerkung von Thomas de Maizière zum Hintergrund der Länderspielabsage in Hannover stößt auch beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV) auf Kritik. Seine Äußerung sei unglücklich gewesen, sagte DJV-Vorsitzender Frank Überall am Mittwoch in Köln. Der Innenminister hatte gesagt: „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.“ Damit habe de Maizière ohne Not selbst zur Verunsicherung beigetragen, sagte Überall. „Das hätte er besser nicht erwähnt.“
Insgesamt lobte Überall die Berichterstattung über die Terroranschläge in Paris. „Die journalistische Arbeit hebt sich wohltuend von der Aufgeregtheit, den Falschmeldungen und der Gerüchteküche der sozialen Netzwerke ab“, sagte er. In aller Regel sei besonnen berichtet worden. Journalisten seien derzeit in der Verantwortung, nicht das Geschäft der Terroristen zu betreiben und ohne Anhaltspunkte Ängste zu schüren: „Die Terroristen wünschen sich ein solches Klima der Angst. Wir haben aber schon seit Jahren eine ständige Terrorbedrohung. Wie konkret die Gefahrenlage aktuell ist, wissen wir nicht“, sagte Überall.

11:37 Uhr - Russische Journalisten in Molenbeek attackiert: Wie die BBC berichtet, wurden zwei russische Journalisten bei Recherchen im Brüsseler Bezirk Molenbeek angegriffen. Der Reporter und sein Kameramann waren demnach auf der Suche nach Freunden oder Verwandten eines der Pariser Selbstmordattentäter. Dann wurden sie von einer Gruppe Jugendlicher attackiert, geschlagen und ausgeraubt.

11:20 Uhr - Wieder Razzien in Molenbeek: Die belgische Polizei hat am Donnerstag Durchsuchungen in Stadtteilen von Brüssel vorgenommen, die im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris vom vorigen Freitag stehen. Dies verlautete aus Regierungskreisen in der belgischen Hauptstadt. Eine Razzia habe in dem von vielen Einwanderern geprägten Stadtteil Molenbeek stattgefunden. Dort hatte einer der Hauptverdächtigen der Anschläge, Salah Abdeslam, mit seinen beiden Brüdern gelebt. Aus Polizeikreisen hieß es, auch im Brüsseler Stadtteil Jette fänden Razzien statt. Über mögliche Festnahmen wurde zunächst nichts bekannt.

10:56 Uhr - Roger Lewentz gegen Bundeswehreinsatz im Inneren: Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD), hat Diskussionen über einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren als unnötig bezeichnet. „Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern sind sich einig, dass die Polizei in Deutschland im Fall eines Terroranschlags gewappnet ist. Das hat auch der Präsident des Bundeskriminalamtes bei der BKA-Tagung in Mainz noch einmal bekräftigt“, sagte Lewentz. Gemeinsam würden die Kräfte von Bund und Ländern eine Terrorlage in den Griff bekommen, das hätten auch die Analysen der Experten nach dem Anschlag gegen "Charlie Hebdo" Anfang des Jahres gezeigt. Lewentz betonte: "Die Bundeswehr ist ein ganz wichtiger Partner im Katastrophenfall, aber auch bei der Bewältigung der aktuellen Flüchtlingssituation." Dennoch seien die Voraussetzungen für einen Einsatz etwa zur Bewachung von Großveranstaltungen nicht gegeben. "Soldaten sind nicht dafür da und auch nicht dafür ausgebildet, die Aufgaben der Polizei zu übernehmen", sagte Lewentz. Der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte am Mittwoch gesagt, die Diskussion über den Einsatz der Bundeswehr in dieser hohen Gefährdungslage sei "richtig". Die Innenminister werden über weitere Maßnahmen auf ihrer Konferenz Anfang Dezember diskutieren.

Französische Polizisten in Saint-Denis. Am Mittwoch fand im Pariser Vorort eine Anti-Terror-Razzia statt, bei der zwei mutmaßliche Terroristen starben.
Französische Polizisten in Saint-Denis. Am Mittwoch fand im Pariser Vorort eine Anti-Terror-Razzia statt, bei der zwei mutmaßliche...Foto: dpa

10:44 Uhr - Razzien in Brüssel: In den Brüsseler Stadtteilen Molenbeek und Jette finden Razzien statt. Das berichtet Reuters unter Berufung auf die Polizei in Belgien.

10:42 Uhr - De Maiziére reagiert skeptisch auf "Mini-Schengen"-Vorschlag: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat reserviert auf die Idee der niederländischen Regierung reagiert, angesichts des mangelnden Schutzes an den Schengen-Außengrenzen ein "Mini-Schengen" einzurichten. Sein niederländischer Kollege habe ihm diese Idee mehrfach vorgetragen, auch in den vergangenen Tagen, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag. Dabei geht es um die Idee, passfreies Reisen künftig nur noch auf eine Kerngruppe von Ländern wie die Benelux-Staaten, Frankreich und Deutschland zu konzentrieren. "Unser politisches Ziel muss sein, den Schengenraum insgesamt so funktionsfähig wie möglich zu machen", betonte de Maiziere aber. "Alles weitere wären nur Hilfsüberlegungen." Er verwies auf die Beratungen der EU-Innen- und Justizminister am Freitag. Dort werde beraten, welche Maßnahmen nötig seien, um einen besseren Schutz in Europa zu erreichen. Dabei geht es etwa um die bessere Kontrolle bei der Aus- und Einreise sogenannter Syrienkämpfer und Unterstützer der radikal-islamischen Miliz IS.

10:21 Uhr - Attentäter könnten nach den Worten von Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls auch zu chemischen oder biologischen Waffen greifen: "Wir dürfen nichts ausschließen", sagte der Regierungschef am Donnerstag vor der französischen Nationalversammlung. Er sage dies mit aller Vorsicht: Man müsse wissen und im Kopf behalten, dass es ein Risiko von chemischen oder biologischen Waffen gebe. Valls bat das Parlament um Zustimmung zur Ausweitung des Ausnahmezustandes auf drei Monate. Präsident Francois Hollande hatte dies nach den Anschlägen in Paris am vergangenen Freitag angekündigt. Der Ausnahmezustand verschafft den Sicherheitsbehörden und dem Präsidenten weitgehende Vollmachten.

10:18 Uhr - Belgien will härter gegen Islamisten vorgehen: Belgien will mit zusätzlichen 400 Millionen Euro den Kampf gegen islamistische Gewalttäter verstärken. Zu den zusätzlichen Maßnahmen, die Ministerpräsident Charles Michel am Donnerstag verkündete, gehören die Inhaftierung von Anhängern der Extremistenmiliz IS, die von Syrien nach Belgien zurückkehren. Darüber hinaus sollen Gesetze gegen Hassprediger verschärft und nicht anerkannte Gebetsstätten geschlossen werden. Außerdem soll der anonyme Kauf von SIM-Karten für Handys unterbunden werden, sagte Michel vor dem Parlament in Brüssel. Der Regierungschef sprach sich zudem für schärfere Kontrollen an den Außengrenzen der Europäischen Union aus und kündigte an, dass ein belgisches Kriegsschiff den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" bei dessen Einsatz gegen den IS unterstützen werde.

9:42 Uhr - De Maizière will Bericht zu Terrorwarnung in Hannover nicht kommentieren: "Ich will das weder bestätigen noch dementieren", sagt Innenminister Thomas de Maizière bei einer Pressekonferenz zu einem "Bild"-Bericht über die Terrorwarnung in Hannover. Die Zeitung hatte die angeblichen Anschlagspläne für das Länderspiel Deutschland-Niederlande näher beschrieben - unter Berufung auf ein Geheimpapier des Verfassungsschutzes. Unter anderem sollten demnach mehrere Bomben gezündet werden.

9:34 Uhr - Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann hat davor gewarnt, die Themen Flüchtlinge und Terrorbekämpfung zu vermischen: Vor seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Faymann am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin: "Flüchtlinge flüchten auch vor Terroristen, laufen um ihr Leben. Deshalb bin ich dort gegen jede Vermischung." Bei der Flüchtlingspolitik sei eines ganz klar, sagte Faymann: "Wir können weder an der österreichischen noch an der deutschen Grenze das Flüchtlingsproblem lösen." Das gehe nur in Syrien, das gehe nur in jenen Lagern, in denen die Flüchtlinge jetzt seien und das gehe nur in einer Zusammenarbeit mit der Türkei. "Und hier bin ich mit der deutschen Kanzlerin sehr eng in der Zusammenarbeit", fügte der Kanzler hinzu.

9:30 Uhr - Warum sich Fans und Polizei jetzt vertrauen müssen: Für manche Fußballfans dienten Polizisten bisher als größtmögliches Feindbild. Das wird sich am kommenden Bundesliga-Spieltag ändern müssen. Ein Kommentar von Dominik Bardow.

9:04 Uhr - De Blasio: Keine konkrete Gefahr nach IS-Drohung gegen New York: Trotz einer neuen Videobotschaft der Terrormiliz IS, in der indirekt ein Anschlag auf New York in Aussicht gestellt wird, sehen die Behörden keine akute Bedrohung für die Millionenmetropole. Es gebe keine konkrete Gefahr, betonten Bürgermeister Bill de Blasio und Polizeichef Bill Bratton bei einer Pressekonferenz am Times Square, wie der Sender CBS News berichtete.

8:55 Uhr - Notlandung von Flugzeug auf Weg nach Ägypten wegen Bombendrohung: Ein Flugzeug auf dem Weg in den ägyptischen Badeort Hurghada ist nach einer Bombendrohung in Bulgarien notgelandet. Die Maschine aus der polnischen Hauptstadt Warschau mit 161 Menschen an Bord sei auf dem Flughafen Burgas am Schwarzen Meer gelandet, teilten die bulgarischen Behörden mit. Passagiere und Besatzung hätten die Maschine verlassen. Ein Passagier habe die Besatzung über eine mögliche Bombe informiert, sagte eine Polizeisprecherin. Der Fluggast habe zugegeben, betrunken zu sein. Ein Sprengsatz sei nicht gefunden worden, erklärte eine Sprecherin des Flughafens. Ende Oktober war über der Sinai-Halbinsel ein russischer Airbus mit 224 Menschen an Bord abgestürzt, nachdem nach russischen Angaben eine Bombe explodierte. Die Extremistenmiliz I) hat sich zu einem Anschlag bekannt.

Polizisten vor der HDI Arena in Hannover. Terroristen wollten hier offenbar mehrere Bomben zur Explosion bringen.
Polizisten vor der HDI Arena in Hannover. Terroristen wollten hier offenbar mehrere Bomben zur Explosion bringen.Foto: imago/MiS

8:15 Uhr - Mutmaßliche Islamisten hacken Weihnachtsmarkt-Seite: Mutmaßliche Islamisten haben offenbar die Internet-Seite des Weihnachtsmarktes Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis) gehackt. Statt der Seite des Weihnachtsmarktes erscheint eine Seite mit einer Drohbotschaft. Für den Hacker-Angriff zeichnet eine „Mujahidin Cyber Army“ verantwortlich. Die Hacker behaupten auf der Seite, der Terrororganisation Al-Qaida nahezustehen, und fordern auf Englisch dazu auf, „Muslime und Mujahidin“ in Syrien in Ruhe zu lassen. Im Hintergrund ist arabische Musik zu hören. Der Friedrichsdorfer Weihnachtsmarkt soll in diesem Jahr vom 18. bis zum 20. Dezember stattfinden.

7:47 Uhr - Grünenpolitikerin kritisiert de Maizière: Die grüne Innenpolitikerin Irene Mihalic hat die Krisenkommunikation der Regierung nach der Länderspiel-Absage in Hannover kritisiert. Innenminister Thomas de Maizière operiere mit diffusen Bedrohungsszenarien und erläutere nicht die genauen Hintergründe. Das führe zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung, sagte Mihalic im RBB Inforadio.

7:26 Uhr - Neues IS-Video zeigt New York als Anschlagsziel: Die IS-Miliz hat nach Angaben der New Yorker Polizei ein neues Video veröffentlicht, in dem die Stadt potenzielles Anschlagsziel auftaucht. Allerdings liege "derzeit keine gegenwärtige oder konkrete Drohung gegen die Stadt" vor, erklärte der stellvertretende Polizeichef Stephen Davis. Nach Angaben der auf die Beobachtung extremistischer Internet-Seiten spezialisierten Analysefirma Site enthält der etwa sechsminütige Clip Aufnahmen von New York, die aus einem bereits im April veröffentlichten IS-Video stammten. Überwiegend würden aber Szenen aus Paris gezeigt sowie Frankreichs Präsident Francois Hollande.

7:14 Uhr - Fans wollen Song der Eagles of Death Metal in die Charts bringen: Die Terroristen kamen während eines Konzerts der Eagles of Death Metal im Pariser Club Bataclan. Nun pushen Fans einen Song der US-Band - als Zeichen der Solidarität.

7:08 - Keine konkreten Hinweise auf Anschläge: Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger (SPD), erklärt im Deutschlandfunk, es gebe keine konkreten Hinweise auf Anschläge. Zugleich sagt Jäger, es bestehe eine hohe Anschlagsgefahr in Deutschland.

6:40 Uhr - Jüdischer Lehrer in Marseille mit Messer attackiert: Ein Lehrer einer jüdischen Schule im südfranzösischen Marseille ist Opfer einer Messerattacke geworden. Die Angreifer hätten sich am Mittwochabend als Unterstützer der Terrormiliz IS ausgegeben, berichtete der Sender France24 unter Berufung auf Ermittler. Der Geschichtslehrer wurde von drei Personen angegriffen, die antisemitische Parolen äußerten, wie die Polizei laut der Nachrichtenagentur AFP erklärte. Das Leben des Mannes jüdischen Glaubens, der die traditionelle Kopfbedeckung Kippa trug, ist nicht in Gefahr. Der Angriff fand gegen 20 Uhr statt. Die Polizei fahndet nach den Tätern. Am gleichen Tag gab es in Marseille auch einen islamfeindlichen Übergriff. Dabei wurde eine junge Frau attackiert, die einen Schleier trug. Laut Innenministerium verletzte der Angreifer die Frau mit einem Faustschlag und einem kleinen Messer.

In Marseille wurde ein jüdischer Lehrer niedergestochen. Hier sichert die Polizei den Tatort.
In Marseille wurde ein jüdischer Lehrer niedergestochen. Hier sichert die Polizei den Tatort.Foto: AFP

6:14 Uhr - China droht dem IS: China hat nach der mutmaßlichen Ermordung eines seiner Staatsbürger durch den IS mit Konsequenzen gedroht. Die Regierung in Peking kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Man werde sich allen Formen des Terrorismus widersetzen und resolut gegen alle gewaltsamen und kriminellen Terror-Aktivitäten vorgehen. Der IS hatte zuvor mitgeteilt, eine chinesische und eine norwegische Geisel getötet zu haben. Er veröffentlichte Fotos der Toten. Das chinesische Außenministerium bestätigte anschließend die Identität eines der beiden Männer. Im September hatte die Regierung mitgeteilt, dass sich offenbar ein Chinese in der Gewalt des IS befinde.

5:59 Uhr - In Hannover sollten offenbar mehrere Bomben explodieren: Beim Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover sollten laut „Bild.de“ mehrere Bomben explodieren. Quelle ist ein Geheimpapier des Verfassungsschutzes. Darin heißt es laut „Bild.de“, dass mehrere Angreifer planten, das Fußballspiel anzugreifen. Der Angriff sollte mit mehreren Sprengsätzen im Stadion erfolgen. Zudem sollte eine Bombe in der Stadt Hannover detonieren. Weiter heiße es: „Die Sprengsätze werden in einem Rettungswagen ins Stadion geschmuggelt.“ Nach Mitternacht sei ein weiterer Anschlag am Bahnhof geplant gewesen. Nach offiziellen Aussagen wurde kein Sprengstoff gefunden.

5:52 Uhr - Maas: Flüchtlinge nicht unter Terrorismusverdacht stellen: Bundesjustizminister Heiko Maas warnte davor, nach den Anschlägen von Paris Flüchtlinge als potenzielle Terroristen zu verdächtigen. „Die meisten, die Anschläge verüben, leben schon im Land und haben die heimische Staatsbürgerschaft“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Auch Paris hat gezeigt: Die Terroristen sind unter uns. Und sie sind keineswegs alle als Flüchtlinge hierhergekommen.“

5.30 Uhr - Russland legt UN-Resolution gegen den IS vor: Noch vor einem von Frankreich angekündigten Entwurf hat Russland überraschend eine eigene UN-Resolution gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgelegt. Das Papier sei für jeden annehmbar, sagte Moskaus UN-Botschafter Witali Tschurkin laut einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur Tass vom späten Mittwochabend. Kern des russischen Entwurfs ist allerdings eine Zusammenarbeit mit dem Regime in Damaskus unter Machthaber Baschar al-Assad. Genau das hatten westliche Staaten aber bei einem früheren russischen Entwurf im September schon abgelehnt, weil Assads Repressionen den Bürgerkrieg in dem Land in Gang gesetzt hätten. Moskau will, dass alle Militärangriffe mit Assads Regierung abgestimmt werden.

5:08 Uhr - Einsatz nördlich von Paris vereitelte womöglich neuen Anschlag: Durch den Anti-Terror-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis ist möglicherweise ein neuer Anschlag verhindert worden. Bei dem Einsatz sei ein terroristisches "Kommando" zerschlagen worden, sagte Staatsanwalt François Molins am Mittwochabend. Acht Verdächtige wurden festgenommen, der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, der belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud, war laut Molins nicht darunter. Angesichts der Bewaffnung, der Organisationsstruktur und der "Entschlossenheit" der "neuen Gruppe von Terroristen" deute alles darauf hin, "dass dieses Kommando zur Tat schreiten konnte", sagte der Staatsanwalt. Bei dem insgesamt siebenstündigen Einsatz, der am frühen Mittwochmorgen gestartet war, sprengte sich eine Frau in die Luft. Ein weiterer mutmaßlicher Extremist wurde von Kugeln durchsiebt. Beide wurden noch nicht identifiziert. Bei dem getöteten Mann könnte es sich theoretisch auch um Abaaoud handeln. Laut "Washington Post", die sich auf Geheimdienstquellen beruft, ist dies tatsächlich der Fall.

Mit den Agenturen dpa, AFP und Reuters.

Anti-Terroreinsatz in Saint-Denis
Um acht Uhr morgens twitterte Justizministerin Christiane Taubira, der "Einsatz neige sich dem Ende zu". Hier eine Straße in Saint-Denis voller Polizisten und Krankenwagen. Die Oberstaatsanwaltschaft erklärte am Morgen in einer Stellungnahme, dass sich eine Frau mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt hat. Zudem habe es fünf Verhaftungen gegeben. Über die Identität der Verdächtigen sei noch nichts bekannt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: dpa
18.11.2015 09:20Um acht Uhr morgens twitterte Justizministerin Christiane Taubira, der "Einsatz neige sich dem Ende zu". Hier eine Straße in...



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