Politik : Lob der Mauer

Berlusconi: Grenzzaun dient Israels Selbstverteidigung

Thomas Migge[Rom]

Es war ein herzlicher Empfang für Ariel Scharon. Bei seinem Staatsbesuch in Rom setzt Israels Premier große Hoffnungen auf seinen italienischen Kollegen Silvio Berlusconi. Seit dieser EU-Ratspräsident ist, äußerte er sich mehrfach positiv über Scharons Kampf gegen den Terrorismus. Scharon sieht in Berlusconi einen Vermittler zwischen Israel und der EU. Romano Prodi und andere Spitzenpolitiker aus Brüssel kritisieren seit langem die Errichtung des Sperrzauns zum Westjordanland. Der italienische Premier hingegen sprach sich entschieden für das Recht der Israelis auf jede Form der Verteidigung gegen Terroristen aus. Die Mauer, so Silvio Berlusconi, „fällt unter das Recht einer Nation sich zu verteidigen“.

Scharon hofft, dass Berlusconi sich für ihn nicht nur in Brüssel einsetzen wird. Der israelische Premier bat seinen italienischen Kollegen auch, auf Iran einzuwirken. Italien hat traditionell gute Beziehungen zu der Regierung in Teheran. Scharon ist davon überzeugt, dass die Italiener die iranische Regierung davon überzeugen könnten, jede Anstrengung zum Bau einer eigenen Atombombe zu unterlassen, um den ohnehin schon brüchigen Friedensprozess im Nahen Osten nicht zusätzlich zu gefährden.

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